Restkastell ist bedeutender Fund in Niederösterreich

Erstellt am 25. Oktober 2011 | 00:00
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SENSATION / Neueste Funde aus der Römerzeit stellen sich als historisch einmalig heraus. Die Grundmauern des Kastells in Wallsee sind fast vollständig erhalten.
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Die Flugaufnahme zeigt den bedeutenden Fund des Restkastells.ZVG
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VON HERIBERT HUDLER

WALLSEE / Sensationelle Funde aus der Römerzeit haben Grabungen auf dem Areal des alten Kindergartens zutage gebracht. Das Gebäude wurde abgerissen, weil auf dem Gelände der Orden der Barmherzigen Brüder, Konvent Linz, und das Land Niederösterreich um 2,8 Millionen Euro eine „Lebens- und Arbeitswelt“ für Gehörlose und Taubblinde errichten will. „Wir haben schon vermutet, das sich in diesem Bereich das Kastell befunden hat - sind aber jetzt erstaunt, wie gut die Überreste erhalten sind. Es ist dies ein bedeutender Fund aus der Römerzeit im westlichen Niederösterreich“, sagte Mag. Gottfried Artner vom Archäologieservice in Krems.

Für den Bau des Restkastells - das im 4. Jahrhundert nach Abzug größerer Truppenteile entstand - wurde auch Material von heidnischen Gräbern verwendet. Rund 1000 Jahre älter als die Funde aus der Römerzeit dürfte eine in Stein gehauene Figur sein, die nun entdeckt wurde. „Dem Kopf fehlt die Nase. Die haben ihm die Römer entfernt, denn auch die Figur wurde im Kastell verbaut“, sagte Artner, der bei einer Infoveranstaltung der Bevölkerung viel zu erzählen wusste.

Bürgermeister Johann Bachinger und der Gemeinderat stehen nun vor der schwierigen Frage, wie die historischen Funde bewahrt werden können, ohne den Bau der geplanten „Lebens- und Arbeitswelt“ zu behindern. Eine Möglichkeit sieht der Ortschef: Das Wohnhaus könnte man zwischen den Funden auf Stelzen stellen. Dadurch könnten diese sichtbar erhalten beleiben. „In zwei Wochen sollen die Grabungen abgeschlossen sein. Dann werden wir mit dem Bundesdenkmalamt und den Barmherzigen Brüdern eine Lösung besprechen“, sagt Bachinger.

Für die Gemeinde könnten die Funde des Restkastells auch in touristischer Hinsicht die Kassen klingeln lassen. Besonders das Römermuseum und die Wallseer Gastronomie könnten davon profitieren.

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