Bezirk Amstetten: Blutreserven sind gefährlich niedrig

Aktualisiert am 13. Juli 2022 | 19:53
Lesezeit: 3 Min
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Geschäftsführer und Kommandant des Roten Kreuzes der Bezirksstelle Amstetten Herbert Haselsteiner, Notfallsanitäter Christian Buchberger und Rettungssanitäterin Elena Reisinger rufen zum Blutspenden auf. Der nächste Termin ist am 14. Juli im Rathaussaal Amstetten.
Foto: Margit Brückner
Rotes Kreuz bittet Bevölkerung um Spenden, um die Lagerbestände aufzufüllen. Andernfalls scheint die Vollversorgung über den Sommer gefährdet.
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Zu wenige Menschen besuchen − trotz verstärkter Medienpräsenz − die Blutspendeaktionen vom Österreichischen Roten Kreuz. Vor allem im Sommer spenden erfahrungsgemäß weniger Personen Blut, was aber natürlich auch mit der Urlaubszeit zu tun hat.

Derzeit wird seitens der Spitäler ein erhöhter Verbrauch gemeldet und insbesondere im August und September werden viele Blutspenden benötigt, um über die schwierige Sommersaison zu kommen.

Dass Blut knapp ist, liegt auch an den pandemiebedingten Absagen von Blutspendeaktionen in den letzten Jahren aufgrund geltender Maßnahmen oder wegen Krankenstände bei Rot-Kreuz-Mitarbeitern und -Mitarbeiterinnen.

Alle 90 Sekunden werden Blutkonserven benötigt

Im Jahr 2021 wurden im Bezirk insgesamt 4.224 Vollblutspenden gezählt, heuer waren es im ersten Halbjahr 2.156. „Wenn die Lagerstände nicht aufgefüllt werden, kann der schlimmste Fall eintreffen: und zwar, dass nicht genügend Blut für Patientinnen und Patienten vorhanden ist, die es dringend benötigen“, befürchtet der Bezirksstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes Amstetten, Herbert Haselsteiner.

Nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen Ländern Europas, fehlt es derzeit am „Notfallmedikament“ Blut. In Österreich werden alle 90 Sekunden Blutkonserven benötigt, das sind in etwa 1.000 pro Tag. Gebraucht wird Blut für die Behandlung von schweren Krankheiten wie Krebs, aber auch bei Unfällen, Operationen oder im Falle von Komplikationen bei Geburten. „Es ist sinnvoll, Blut zu spenden. Denn jeder Mensch kann plötzlich in eine Situation geraten, wo er auf Blutkonserven angewiesen ist“, betont Haselsteiner.

Das Rote Kreuz bittet eindringlich, die nächsten Blutspendetermine wahrzunehmen. „Wichtig ist, dass sich, wer Blut spenden möchte, gesund fühlt und natürlich auch gesund ist“, betont Haselsteiner. Er weist aber zugleich darauf hin, dass in den Zentralstellen Linz, St. Pölten und Wien jederzeit Blut gespendet werden kann.

Nur 3,6 Prozent der Bevölkerung spenden überhaupt Blut. Ein Alter zwischen 18 und 69 Jahren und ein Körpergewicht von maximal 50 Kilogramm zählen zu den Voraussetzungen. Auch gewisse gesundheitliche und gesetzliche Kriterien müssen erfüllt werden.

Erstspender dürfen nicht älter als 60 sein

Zu den Ausschlusskriterien zählen beispielsweise Impfungen, Allergien, Operationen, Medikamenteneinnahme oder bestimmte Erkrankungen. Manche dieser Ausschlusskriterien sind natürlich zeitlich begrenzt. Erstspender dürfen übrigens nicht älter als 60 Jahre sein.

Damit das gespendete Blut für die Empfänger vollkommen unbedenklich und sicher ist, muss die Blutspende mehr als 20 Labortests bestehen. Ein vorab ausgefüllter Fragebogen mit umfangreichen Fragen über Lebensstil, Auslandsaufenthalte, Impfungen und Medikamenteneinnahme klärt die Spendetauglichkeit und vervollständigt die Sicherheit der Blutkonservenqualität.

Für die Ermittlung der Spendereignung werden zudem Blutdruck und Körpertemperatur gemessen. Der Hämoglobingehalt des Blutes wird ermittelt und es folgen eine ausführliche Aufklärung und ein Anamnesegespräch.

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