Salesianerpater Johann Kiesling: "Meine Mission ist die Liebe"

Erstellt am 10. Mai 2022 | 10:53
Lesezeit: 3 Min
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Salesianer-Pater Johann Kiesling ist zu Besuch in der Pfarre Herz Jesu die ihn seit Jahren bei seinem Engagement für die Straßenkinder im Kongo mit Spenden unterstützt. Ende Mai kehrt der 88-Jährige dorthin zurück.
Foto: Zarl
Vor 40 Jahren ist Pater Johann Kiesling in die Demokratische Republik Kongo aufgebrochen, die damals noch Zaire hieß, um dort den Waisen- und Straßenkindern mit Unterkunft, Essen und Unterricht, Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu bringen.
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Am Wochenende war er zu einem Dankesbesuch in der Salesianerpfarre Amstetten Herz Jesu, die ihn seit Jahren mit Spenden unterstützt. Die Wirkstätte des gebürtigen Niederösterreichs ist in der Großstadt Lubumbashi im Kongo.

Kiesling erinnert sich noch gut an seine Anfänge vor 40 Jahren: "Die erste Zeit habe ich damals neben 12-Jährigen die Schulbank gedrückt, um zuerst Französisch zu lernen und ein wenig später die Lokalsprache Chibemba.

Dann war ich gerüstet für meine Tätigkeit, in Dörfern ohne Strom und Fließwasser, in die man teils mit Geländewagen oder Moped, oft aber wegen des vielen Schlamms auf den Straßen nicht einmal mit dem Fahrrad gelangen konnte", erzählt der Pater. Deshalb ging er viel zu Fuß und schlief auch oft im Freien. Mehrmals erkrankte Kiesling an Malaria, geriet einmal im Bürgerkrieg sogar in Kampfhandlungen - und kam mit Glück mit dem Leben davon.

Kiesling hat auch etliche Kirchen und Schulen errichtet und Brunnen gebaut. In seinem Einsatzort, den Salesianer-Einrichtungen von Lubumbashi, finden derzeit 400 Straßenkinder Unterkunft, Essen, Begleitung und Unterricht sowie eine Berufsausbildung, die ihnen den Weg zu einer guten Zukunft ebnen soll. 

Dankbarkeit weiterreichen

Ein Ausdruck seiner liebevollen Zuwendung zur vernachlässigten Jugend im Kongo sind Pater Kieslings Schuhe: Er geht auch in Amstetten in Sandalen, „weil diese von den Straßenkindern in den Werkstatten unserer Salesianerprojekte gemacht wurden, was mich so sehr freut“, sagt der Ordensmann. Gott sei die „Quelle des Guten“, betont er, „er bewegt willige Menschen, anderen zu helfen. Ich selbst bin nur der Überbringer der Guttaten anderer Leute.“ 

Allen Spendern und Unterstützern wolle er die Dankbarkeit jener Menschen, die die Hilfe empfangen, weiterreichen. „Ich erlebe Dankesbezeugungen, die mich manchmal beschämen. Etwa, wenn ein Leprakranker dafür dankt, dass er von uns eine Decke erhält und sich so sehr darüber freut, dass woanders, in der Ferne, irgendjemand an ihn gedacht hat.“ Lepra ist laut Pater Kiesling ein zunehmendes Problem in Afrika.

Missio-Award für Pater Kiesling

Von den Päpstlichen Missionswerken erhielt Pater Kiesling kürzlich in Wien den Missio-Award für sein 40-jähriges Wirken zugunsten von Straßen- und Waisenkindern in Afrika. Denn: Missionare wie er sind „Menschen, die einen Unterschied machen: Sie sind Seelsorger, Begleiter, Entwicklungshelfer und Abenteurer im Weinberg des Herrn“, heißt es in der Laudatio.

Ende Mai bricht der 88-jährige Priester übrigens wieder zu den Straßen- und Waisenkindern auf. Er könnte seinen Lebensabend auch im Seniorenheim der Salesianer in Amstetten verbringen, aber sein Herz schlägt einfach für die Armen dieser Welt!

Spendenkonto zur Unterstützung von P. Kiesling (auch auf der Homepage www.herzjesu-amstetten.at)

Don Bosco Mission Austria
Verwendungszweck: Pater Kiesling
IBAN AT33 6000 0000 9001 3423

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