Ernte nur durchschnittlich im Bezirk Amstetten

Niedrige Temperaturen und zu viel Regen wirken sich negativ auf den Ertrag bei Äpfeln und Birnen aus. Bis zur Ernte bräuchte das Obst nun noch viel Sonnenschein.

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 27. August 2021 | 05:24
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Mit Muskelkraft oder auch mit dem Traktor kann man umgefallene Obstbäume wieder aufstellen, wie Mostbaron Hans Hiebl aus Haag demonstriert. Wichtig ist, dass man handelt, bevor die Wurzeln auftrocknen, denn dann sind die Bäume nicht mehr zu retten.
Foto: Knapp

„Die Obsternte dürfte heuer durchschnittlich ausfallen, wobei wir bei den Äpfeln einen besseren Ertrag erwarten, als bei den Birnen“, sagt der Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer, Andreas Ennser. Ursache dafür dürfte vor allem das kühle und auch verregnete Frühjahr sein. „Die Witterung war für die Insekten nicht optimal und daher hat die Bestäubung insgesamt nicht so gut funktioniert.“

Wie die Qualität der Früchte sein wird, hängt von den nächsten Wochen ab. „Die Ernte wird voraussichtliche Mitte September beginnen. Für den Fruchtzuckergehalt wäre es wichtig, dass wir bis dahin wärmere und sonnigere Tage haben, Regen hatten wir genug“, betont der Obmann des Obstbauverbandes im Bezirk, Mostbaron Hans Hiebl aus Krottendorf.

In seinen Obstplantagen finden sich auch Reihen junger verdorrter Bäumen. Schuld daran sind die Mäuse. „Gerade im Frühjahr waren sie wirklich eine Plage. Sie fressen die Wurzeln ab und damit ist der Baum nicht mehr zu retten“, berichtet Hiebl. Inzwischen hat sich aber durch die Nässe und den hohen Grundwasserspiegel die Zahl der Nager zum Glück reduziert.

Zugleich hat die Feuchtigkeit auch die Böden enorm aufgeweicht, weshalb nun oft gerade jüngere Obstbäume unter der Last der Früchte umfallen. Die sind aber nicht verloren. „Ich habe selbst etliche solcher Bäume. Wir haben sie mit dem Traktor wieder aufgestellt und mit Holzstöcken befestigt. Wichtig ist, dass man schnell handelt, bevor die Wurzeln auftrocknen, dann ist die Erdverbundenheit rasch wieder da“, sagt Hiebl.

Bauern haben noch Reserven im Keller

Dass aufgrund der geringeren Ernte im nächsten Jahr zu wenig Most oder Saft vorhanden sein könnte, befürchtet der Verbandsobmann nicht. „Denn durch die Corona-Lockdowns war im Vorjahr und auch im Frühjahr der Absatz doch geringer und daher haben die Bauern noch Reserven im Keller“, berichtet er. Zwar laufe inzwischen das Geschäft der Mostheurigen wieder gut, ganz könne der Rückstand aber natürlich nicht aufgeholt werden.

Hiebl hofft, dass die obstverarbeitende Industrie im Herbst den Bauern einen fairen Preis für Äpfel und Birnen zahlt, damit sich für diese das Klauben der Früchte lohnt. „Denn das ist sehr wichtig für den Erhalt unserer Streuobstkulturen. Die Bäume hängen einfach am Obstpreis.“ Optimistisch stimmt den Verbandsobmann, dass sich im Bezirk junge Leute in Sachen Obst und Most engagieren. „Gerade die Landjugend ist da sehr aktiv und mit ihren Veranstaltungen wie den Mostkosten, aber auch mit ihren Festen trägt sie sehr viel zum Erhalt unserer Mostkultur bei. Das ist wertvolle und wichtige Arbeit.“