Gefahr für Fußgänger! Zehn Bäume müssen weg. Bezirkshauptmannschaft hat Grundbesitzern vorgeschrieben, welche Maßnahmen sie im Wald am Hang setzen müssen, um Gefahr für Fußgänger zu beseitigen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 07. Februar 2017 (06:01)
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Der Schülerweg ist eine bei den Bürgern beliebte Abkürzung zwischen Kamarithstraße und der Berggasse. Einige Zedern am Hang sind allerdings so schwer in Mitleidenschaft gezogen, dass sie jederzeit umstürzen könnten. Nun hat die Behörde den Grundbesitzern vorgeschrieben, sie zu entfernen.
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Im Juni 2016 hat die Behörde wegen „Gefahr in Verzug“ die Nutzung des Schülerweges zwischen der Kamarithstraße und der Berggasse untersagt. Zedern am Hang weisen eine bedrohliche Schieflage auf und könnten auch ohne Wind einfach umfallen und Fußgeher verletzen. Sie müssen daher entfernt werden. Die Crux an der Geschichte: Der Schülerweg befindet sich im Eigentum der Gemeinde, der Hang gehört aber Privatpersonen.

Bei Behörde Verfahren beantragt

Die Verhandlungen, was zu geschehen hat, zogen sich in die Länge. Es galt nämlich auch die Frage zu klären, welche Auswirkung die Fällung von Bäumen auf die Stabilität des Hanges hat. Schließlich darf es zu keiner Rutschung kommen.

Es wurden also entsprechende Gutachten eingeholt, was auch deshalb sehr lange dauerte, weil sich einer der Experten monatelang in Indonesien aufhielt. Inzwischen liegen die Fakten aber längst auf dem Tisch. „Und da die Grundbesitzer bisher nichts unternommen haben, haben wir nun bei der Behörde ein Verfahren nach der Straßenverkehrsordnung beantragt“, berichtet Stadtamtsdirektorin Beatrix Lehner.

Bescheid wurde schon zugestellt

Die Verhandlung hat am Donnerstag, 26. Jänner, stattgefunden und die Behörde hat nun den Grundbesitzern mit Bescheid vorgeschrieben, welche Maßnahmen sie zu setzen haben. Einige Bäume müssen entfernt, bei anderen nur Äste abgeschnitten werden.

Christian Dunkl, einer der Grundbesitzer, bestätigt, dass er einen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft in den Händen hält und er ist froh darüber. „Wir haben ja nur darauf gewartet, dass Stadt oder Behörde uns genau sagen, was zu tun ist. Hätten wir selbst einfach Bäume herausgenommen und dann wäre es zu einer Hangrutschung gekommen, wären wir dafür verantwortlich gewesen. Das wollten wir nicht riskieren. Nun haben wir schwarz auf weiß, welche Bäume weg müssen.“

Absperrgitter einfach zur Seite geräumt

Insgesamt müssen zehn Stück entfernt werden. Und das soll nun per Kran auch möglich sein, ohne den Zaun, den die Gemeinde entlang des Baches errichtet hat, zu entfernen. „Wir hoffen, dass das tatsächlich funktioniert. Denn den Zaun abzubauen und wieder aufzustellen würde 16.000 Euro kosten. Und das müssten auch wir zahlen“, sagt Dunkl. E

Er hat das Waldstück geerbt und ist eigentlich überhaupt nicht glücklich damit. „Denn egal was wir dort machen, es wird immer Probleme geben. Wenn wir nichts tun, haften wir. Wenn wir alle Bäume fällen, wird es heißen, wir rauben der Stadt die grüne Lunge.“ Dunkl würde das Grundstück am liebsten einfach herschenken. „Wenn also jemand stolzer Waldbesitzer in Amstetten werden will, soll er sich bei mir melden.“

Die von der Behörde gekennzeichneten Bäume sollen in den nächsten vier Wochen entfernt werden.

Übrigens: Die Fußgänger kümmern sich offenbar sehr wenig um das Benutzungsverbot des Schülerwegs. Das Absperrgitter wurde längst zur Seite geschoben und die Fußabdrücke im Schnee bewiesen in der Vorwoche, dass der Pfad trotz Baumsturzgefahr viel begangen wird.