Schulbusse: „Gab Aufschrei bei Eltern“. Startprobleme / In manchen Gemeinden funktionierte der seit Montag neu eingerichtete Regionalbusverkehr noch nicht gut. Einige Kinder warteten sogar vergeblich auf den Schulbus.

Von Daniela Führer. Erstellt am 08. September 2014 (12:17)
Nicht überall gibt es Probleme: In Ernsthofen fuhr Bürgermeister Karl Huber etwa persönlich bei der ersten Fahrt am Montag, 1. September, mit. »Es funktioniert tadellos, auch an unseren zwei neuen Routen«, berichtet der Ortschef.
NOEN, privat
Seit Schulbeginn am letzten Montag zieht der neu vergebene Regionalbusverkehr im westlichen Mostviertel seine Runden. Im Gebiet von Amstetten bis Waidhofen/Ybbs, Steyr, Haag und St. Valentin fahren die Busse zum Teil neue Routen zu adaptierten Zeiten mit neuen Linienbezeichnungen. Auch die Busbetreiber haben vielerorts gewechselt.

Haidershofner Schüler müssen bis zu einer Stunde warten

Leider funktionierte die Umstellung in der ersten Woche aber noch nicht optimal. In Haidershofen etwa verschlechterte sich der Anschluss für 15 Schüler aus dem Ortsteil Samendorf massiv.

Bis zu einer Stunde und 49 Minuten müssen die Schüler, die den Bus für eine Strecke von fünf Kilometern und einer Fahrzeit von nur acht Minuten von der Mittelschule Haidershofen nach Samendorf benötigen, aufgrund verschobener Anschlussverbindungen warten.

Eltern, Schüler, Bürgermeister und Vizebürgermeister haben sich aus diesem Grund am Freitag versammelt, um auf ihre Probleme in der NÖN aufmerksam zu machen. „Wir verstehen, dass es Anfgangschwierigkeiten geben kann, aber wir bitten hier dringend um eine Änderung des Fahrplans“, ruft Bürgermeister Schimpl auf.

Eltern und Gemeindevertreter haben auch schon Vorschläge ausgearbeitet, sich an die Mobilitätszentrale und den Verkehrsverbund VOR, der die Neuordnung geregelt hat, gewandt, und hoffen auf eine rasche Verbesserung des Fahrplans.

„Ab Montag, 8. September, werden in einigen Bereichen auch schon neue, adaptierte Fahrpläne gefahren.“
VOR-Pressesprecher Georg Huemer

„Besonders für arbeitende Eltern ist das ein massives Problem. Wir können unsere Kinder nicht täglich vom Bus abholen. Wir möchten sie aber auch nicht so lange an der Umstiegsstelle in Vestenthal, an der B42, wo so starker Verkehr herrscht, warten lassen“, gibt eine Mutter zu bedenken.

Auch in Stadt Haag seien laut Bürgermeister Josef Sturm noch Verbesserungen notwendig. „Bei den Volksschülern haben wir das Problem, dass manche Stationen, die seit 35 Jahren verwendet wurden, nun nicht mehr angefahren werden“, erklärt der Ortschef. „Es gab natürlich einen Aufschrei der Eltern. Das hat keiner gewusst. Aber wir haben sofort den Kontakt zu VOR hergestellt und alle sind gewillt, an einer Lösung mitzuarbeiten.“

Laut Pressesprecher Georg Huemer von VOR sei in Haag konkret das Problem, dass es einige nicht lizenzierte Haltestellen gäbe, die sich schon eingebürgert hätten und an denen die Busse früher immer stehen geblieben sind. „Diese Stationen waren dann nicht in den Plänen und wir konnten darauf nicht reagieren. Wir sind aber schon dabei, diesen Bedarf vorort zu erheben. Prinzipiell ist es aber so, dass die Busbetreiber rechtlich gesehen nicht an Haltestellen ohne Lizenz, also an ‚illegalen‘ Haltestellen, stehen bleiben dürfen.“

„Man hört von Optimierung, aber bei uns wurde es schlechter“

In Wallsee ist wiederum Mittelschuldirektorin Liane Gutenbrunner sehr verärgert. Ein Schulbus um 11.15 Uhr fährt nicht mehr und der Bus der Linie 613 am Nachmittag fährt nun eine Viertelstunde früher wie gehabt, schon um 15.23 Uhr, von der Mittelschule ab.

Die Schule, die bislang bis 15.30 Uhr Nachmittagsunterricht hatte, musste kurzerhand Stundenpläne umstellen, die Mittagspause zum Nachteil der Schüler verkürzen und gar berufspraktische Pools am Nachmittag streichen. „Man hört von Optimierung und Anpassung, aber bei uns hat sich die Situation sehr verschlechtert“, ärgert sich die Direktorin. VOR-Sprecher Huemer erklärt dazu: „Solche Unschärfen im Fahrplan werden ausgebügelt werden können.“

VOR-Sprecher: Probleme, von denen man nichts gewusst habe

Vergeblich auf den Bus warteten etwa auch Zeillerner Schüler bei der Mittelschule Mauer oder St. Valentiner an einer Haltestelle in Herzograd. In St. Peter/Au wiederum waren die Busse überfüllt. Diese Probleme konnten in der Zwischenzeit aber schon bereinigt werden.

VOR-Sprecher Huemer erklärt, dass es in der Mostviertler Region generell ein Problem gäbe, von dem der Verkehrsverbund im Vorfeld nichts gewusst habe. „Die Betreiber, aber auch der Postbus, sind hier sehr, sehr flexibel gefahren und hielten auch an Stellen, die nicht als Haltestellen gemeldet waren. Das machte es für unsere Planer natürlich schwierig, diesen Bedarf zu berücksichtigen“, sagt er.

Allerdings wurden in der Vorwoche bereits Leute von VOR in jene Gemeinden entsandt, wo es vermehrt Beschwerden und Anfragen gegeben hätte, um sich die Linien vor Ort anzusehen. „Ab Montag, 8. September, werden in einigen Bereichen auch schon neue, adaptierte Fahrpläne gefahren.“