Bezirk Amstetten: Starker Anstieg bei Privatkonkursen. Durchschnittlich ist man im Bezirk Amstetten mit 54.128 Euro verschuldet.

Von Peter Führer. Erstellt am 28. August 2018 (05:47)
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Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Schuldnerberatung NÖ-Geschäftsführer Michael Lackenberger und Schuldnerberaterin Nadja Kutschera berichten von einem Anstieg der Schulden. Königsberger-Ludwig dankt den Mitarbeitern der Schuldnerberatung NÖ. Sie seien wichtige Partner dafür, dass die Schuldenregulierung so früh wie möglich in Angriff genommen werde könne und sich die öffentliche Hand damit viel Geld erspare.

Die Privatschulden nehmen landes- und bezirksweit stark zu, berichtet die Schuldnerberatung Niederösterreich. Im Bezirk betrug die Durchschnittsverschuldung im ersten Halbjahr 2018 54.128 Euro. In der Stadt Amstetten sind es 51.080 Euro. Auch bei der Anzahl der Privatkonkurse gibt es einen deutlichen Anstieg. „Das hängt in erster Linie mit Änderungen im Gesetz zusammen. Diese haben es erleichtert, den Weg in den Privatkonkurs zu gehen“, berichtet Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.

„Besonders Ratenkäufe sorgen für Verschuldung“

Michael Lackenberger, Geschäftsführer der Schuldnerberatung, betont, dass vor allem Personen zwischen 40 und 55 Jahren überdurchschnittlich oft von starker Verschuldung betroffen sind. „In dieser Lebensphase gibt es oft die ersten Probleme, etwa aufgrund von Scheidungen, Arbeitsplatzverlust und weiteren Rückschlägen.“ Bei den Jüngeren führen sogenannte „Handykäufe“ und „Internetkäufe“ zu Verschuldungen.

„Besonders Ratenkäufe sorgen für eine Verschuldung. Hier ist es wichtig, dass man sich genau überlegt, welche Dinge man sich wirklich leisten kann. Kommt es bei Ratenzahlungen nämlich zu Verzögerungen, wird es richtig teuer. Wir fordern daher eine verpflichtende Finanzbildung in den Schulen“, so Lackenberger. Generell sei es derzeit modern, alles auf Raten zu kaufen, Früher habe man noch länger gespart und gewartet, bis man sich etwa ein neues Auto leisten konnte.

Die steigenden Privatschulden führen auch dazu, dass man bei der Schuldnerberatung derzeit einen Zuwachs bei Beratungsgesprächen verzeichne. Viele Menschen hätten aber weiterhin Scheu, mit der Schuldnerberatung in Kontakt zu treten. „Wenn jemand Unterstützung braucht, kann er sich jederzeit bei uns melden. Unser primäres Ziel ist es, dass die Schulden mit leistbaren Raten zurückgezahlt werden können“, unterstreicht Lackenberger.

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