Gegen sexuelle Belästigung und Gewalt: Luisa kommt nach Amstetten

Erstellt am 19. Mai 2022 | 07:06
Lesezeit: 3 Min
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Bei der Präsentation des Projektes "Luisa ist da" (von links): Nicole Weinberger (Kripo), Christiane Blaschke (Polizei Amstetten), Gemeinderätin Sarah Huber, Christa Ressl und Sonja Mille (Frauenberatung Mostviertel), Werner Seifert (Hofcafe, Mojo), Peter Frimberger (Alte Post) und Gemeinderat Christoph Zechmeister.
Foto: Otmar Gartler
Mit einem Projekt gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Amstetten, Gemeinsam Sicher in Amstetten, Polizei und der Amstettner Gastronomie nimmt Amstetten niederösterreichweit eine Vorreiterrolle ein. Projektträgerin ist die Frauenberatung Mostviertel. Finanziert wird das Projekt von der Stadtgemeinde Amstetten.
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„Luisa ist da“ ist ein Hilfsangebot für Mädchen und Frauen, die sich beim Besuch eines Lokals, einer Bar oder einer Diskothek aus einer unangenehmen Situation befreien möchten. Mit der Frage „Ist Luisa da?“ können sie sich ans Personal wenden und bekommen unmittelbar und diskret Hilfe.

„Luisa“ wird somit zum Codewort für alle Mädchen und Frauen, die sich sexuell belästigt oder bedroht fühlen und Unterstützung brauchen. Zum Beispiel werden Freunde und Freundinnen verständigt, Sachen vom Platz geholt, eine Begleitung zu einem Taxi organisiert, Infos zu Fraueneinrichtungen gegeben oder – im Notfall – die Polizei verständigt.

Belästigungen & Übergriffe schaden auch Ruf des Gewerbes

„Luisa ist da“ ist für Mädchen und Frauen gedacht, selbstverständlich sollen aber auch männliche Lokalbesucher von Angebot Gebrauch machen können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in teilnehmenden Gastronomiebetrieben bekommen von der Frauenberatung  und der Polizei alle Infos, die sie brauchen, um gut reagieren und unterstützen zu können.

Sexuelle Belästigungen und sexuelle Übergriffe schaden dem Ruf eines Gastronomiebetriebes. Wer bei „Luisa ist da“ dabei ist, zeigt, dass frauenfeindliche Sprüche, Grapschen oder sexuelles Bedrängen im Lokal nicht erwünscht sind, nicht toleriert werden und Folgen nach sich ziehen. Wenn Gastronomiebetriebe bei Luisa teilnehmen wollen, erklären sie sich bereit, das Projekt aktiv in ihrem Lokal umzusetzen. 

"Wir freuen uns, wenn viele Betriebe „Luisa“ in ihrem Lokal willkommen heißen und unterstützen sie dabei gerne", hoffen Sonja Mille und Christa Ressl von der Frauenberatung Mostviertel auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Amstettner Gastronomie. Die Kampagne „Luisa ist hier!“ wurde seitens der Beratungsstelle Frauen-Notruf Münster e.V. entwickelt und im Dezember 2016 in Münster gestartet. Mittlerweile beteiligen sich in Deutschland – und über die Landesgrenzen hinaus – über 63 Städte an der Kampagne.

In Österreich gibt es Luisa bisher in Innsbruck, Graz, Salzburg und nun auch in Amstetten, wo es neben einigen positiven Rückmeldungen mit dem Hofcafe, Mojo und Alte Post auch bereits fixe Zusagen gibt.

www.luisa-ist-da.net, www.frauenberatung.co.at, info@frauenberatung.co.at

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