Amstettner Forstheide wird Naturwald. Wald soll zur „grünen Lunge“ der Stadt werden, aber auch ein Naherholungsgebiet bleiben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 10. Februar 2021 (04:15)
Bürgermeister Christian Haberhauer, Eva Mayr von der Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“ und Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder in der Forstheide.
Stadtgmeinde

Der Stadtrat hat dem Naturraum-Management der Bundesforste den Auftrag zur Erstellung eines Waldmanagementplanes erteilt. „Ziel ist es, den Naturraum möglichst klimafit zu gestalten, um auch den nachkommenden Generationen eine Chance auf eine lebenswerte Umwelt zu geben. Ein gezieltes Management der neuen Flächen in der Forstheide ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und ein positiver Beitrag, um den CO 2 -Fußabdruck der Stadt klein zu halten“, sagt Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder von den Grünen.

Auch Bürgermeister Christian Haberhauer ist es ein großes Anliegen, die „grüne Lunge“ der Stadt Amstetten langfristig zu sichern. „Wir wollen deshalb klare Zonen schaffen, in denen sich die Natur ohne Einfluss von Menschen entwickeln kann“, betont der Stadtchef. Auf der anderen Seite müsse die Forstheide aber auch ihre Funktion als Naherholungsgebiet weiterhin erfüllen, und daher würden natürlich große Bereiche zugänglich bleiben.

Beide Anforderungen an die Forstheide unter einen Hut zu bringen ist nun die Aufgabe der Bundesforste bei der Ausarbeitung des Waldmanagementplanes. Es braucht vor allem eine genaue Planung des Wegenetzes, um sowohl die Sicherheit und Gesundheit der Sportler und Spaziergänger zu gewährleisten, aber auch den Bestand der Schutzzonen zu sichern.

„Wir möchten, dass der Plan im Herbst auf dem Tisch liegt. Wir haben ja schon selbst am Papier damit begonnen, Wege zu streichen, wo wir glauben, dass das für die Entwicklung des Waldes sinnvoll ist. Bereiche, wo es keine besonderen schützenswerten Güter gibt und wo auch keine Gefahr für Menschen besteht – wir haften ja auch für die Sicherheit – werden wir natürlich offen lassen“, sagt Hörlezeder.

Verbesserung der Artenvielfalt

Welche Art von Bäumen erhaltenswert ist, wo es Sinn macht, Kieferbestände, die aufgrund der Trockenheit ohnehin keine Zukunft haben, langsam umzuwandeln, und wo es zum Beispiel Magerwiesen gibt, die man belassen sollte – all das wird im Waldmanagementplan festgeschrieben. Parallel dazu sollen auch die Lebewesen (Vögel, Fledermäuse usw.) und deren Lebensräume (Biotoptypen, Vegetationseinheiten) erhoben und Ziele und Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Artenvielfalt in der Forstheide formuliert werden.

„Die Bundesforste arbeiten nun den Plan aus, werden uns dann aber auch in der Umsetzung begleiten. Im Vertrag ist auch eine mehrjährige Beratungs- und Betreuungsunterstützung festgeschrieben“, sagt Hörlezeder. Sehr wichtig ist für ihn auch die Schulung der Bauhofmitarbeiter, die langfristig für die Betreuung der Forstheide zuständig sind. „Sie sollen genau wissen, in welche Richtung es künftig geht und das auch mittragen“, sagt der Grünpolitiker.

Auch die Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“ ist bei der Konzepterstellung mit im Boot. „Die Stadt beschreitet einen guten Weg. Mit der Abteilung Naturraum-Management der Bundesforste ist ein kompetenter Partner gewonnen, und wir erwarten gespannt die Umsetzung der Zielsetzungen. Diese tragen wir als Bürgerinitiative voll und ganz mit“, sagt BI-Mitglied Eva Mayr.

Die Kosten für den Managementplan belaufen sich auf rund 73.000 Euro.