Sehr sachliche Ybbs-Diskussion

Erstellt am 29. März 2011 | 00:00
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RUNDER TISCH / Kraftwerksbefürworter und -gegner traten für ihre Anliegen ein. Laut EVN sollten sich Stromgewinnung und ökologische Verbesserung vereinbaren lassen.
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DI Ludwig Lutz betonte: „In Summe muss alles gut werden.“ZVG
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VON HANNES HIRTENLEHNER

DONAU-YBBSFELD / Auf Initiative des Landes Niederösterreich fand am 23. März in Neuhofen ein runder Tisch statt, bei dem es um die Ybbs und von der EVN geplante Kleinwasserkraftwerke ging. „Bei der Veranstaltung wurden viele Meinungen sehr offen und sachlich auf den Punkt gebracht. Von den Anliegen der Kraftwerksbetreiber bis zu jenen der Naturschützer hat alles Platz gehabt“, berichtete Landtagsabgeordneter Anton Kasser.

„In Summe muss es gut werden“, betonte auch DI Ludwig Lutz, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft am Amt der NÖ Landesregierung. Nach der Wasserrahmenrichtlinie der EU sei es ohnedies notwendig, bis 2027 den guten Zustand (eine Verbesserung von Note 3,5 zumindest auf 2,5, Anm.d.Red.) der Ybbs herzustellen. Zur Renaturierung des Flusses sollen Querschwellen und harte Uferverbauten entfernt werden, durch die Anbindung von Altarmen soll ein „Wohnzimmer für Fische“ geschaffen werden. „Wenn nun noch ein Kraftwerk gebaut wird, darf der Zustand der Ybbs nicht schlechter werden. Das heißt, es muss Ersatzmaßnahmen - wie etwa Altarmanbindungen - geben“, erklärte Lutz. Bis zum nächsten Runden Tisch wollen die Experten ein Konzept mit einem Sanierungsplan erstellen.

„Es geht um eine Trendwende in Richtung Biodiversität“, betonte Pro-Ybbs-Obmann Gerald Mevec. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt forderte auch Grün-Gemeinderat Franz Raab: „14 Fischarten sind bereits aus der Ybbs verschwunden. Dabei hat der Unterlauf mit seinen Auen ein riesiges Potenzial zur Renaturierung.“ Auch Anrainer der möglichen Kraftwerksstandorte - in Matzendorf, unterhalb der Hohen Brücke und bei der Günzinger Brücke - hatten Gelegenheit, ihre Bedenken wegen Grundwasser und Trinkwasserversorgung einzubringen.

EVN-Sprecher Mag. Stefan Zach freute sich: „Es wurde sehr positiv aufgenommen, dass die EVN kein fix-fertiges Projekt hat, sondern alle Interessengruppen einbinden will. Wir glauben, dass wir auf einem guten Weg in Richtung Klimaschutz und erneuerbarer Energie sind.“ Es sollte möglich sein, die Wasserkraft der Ybbs zu nutzen und den Fluss dennoch in einen guten Zustand zu bringen, meinte Zach: „Seitens der Gemeinden gab es ausschließlich positive Stellungnahmen zur Wasserkraft.“

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