Markus Berger ist Direktor und WM-Schiri. Markus Berger ist provisorischer Leiter des Stiftsgymnasiums Seitenstetten.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 07. Juni 2020 (04:45)
Markus Berger, hier in der Direktion im Stiftsgymnasium, ist Pädagoge aus Leidenschaft. Sein Herz schlägt aber auch für Tischtennis.
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Als 44-Jähriger ist er die Karriereleiter schon ziemlich hoch geklettert, und doch zeigt sich der Aschbacher Markus Berger – verheiratet und Vater von vier Töchtern – überaus bescheiden und besonnen, wenn er von seinem Werdegang und internationalen Erfolgen erzählt. 1994 selbst am Stiftsgymnasium maturiert, hat er danach in Wien Mathematik und Geographie studiert, später zusätzlich noch eine EDV-Ausbildung absolviert.

Sein Unterrichtspraktikum führte ihn nach Waidhofen/Y., doch schon davor wurde sein Lebensweg beim Zivildienst als Sanitäter im Wiener Rettungsdienst stark geprägt, sodass er sich gar eine hauptberufliche Tätigkeit beim Samariterbund vorstellen konnte. „Ich fuhr zwar auch Blaulichteinsätze, aber vor allem berührten mich die Kontakte und Begegnungen mit Menschen, denen es schlecht ging – sei es gesundheitlich oder aufgrund einer völlig tristen Wohnsituation“, erklärt Berger seine damaligen Überlegungen.

In seiner Studienzeit jobbte er auch – bei der Ostarrichi-Ausstellung in Neuhofen oder auch im Stift Melk im Rahmen der Landesausstellung war er im Führungspersonal tätig, was seine besondere Affinität zum Fach Geschichte beweist.

Ein Pädagoge durch und durch ...

2001 trat er in den Lehrkörper des Stiftsgymnasiums Seitenstetten ein, wo er Seite an Seite mit dem nunmehrigen Abt Petrus Pilsinger die EDV in Schwung brachte und dabei sein pädagogisches Wirken im Stift sogar einem verlockenden Angebot an der Universität durch seinen früheren Uni-Professor vorzog. „Menschen acht Jahre begleiten zu dürfen, in denen sie vom Kind zu einem kritischen Erwachsenen heranreifen, Schüler für ‚mein Fach‘ begeistern zu können, das bereitet unheimlich viel Freude. Ich bin einfach so gerne Klassenvorstand“, schildert der stets freundliche Direktor.

2017 rückte er zum Administrator auf, seit Oktober leitet er in Vertretung diese humanistische katholische Privatschule mit 430 Schülern, in der ihm der familiäre Umgang und der Begriff ‚human‘ für die Beziehungsarbeit besonders wichtig erscheinen. „Humanistische Bildung ist nicht messbar und doch viel mehr als eine Ausbildung“, ist sich Markus Berger sicher, der schon im Jahr 2009 eine eLearning-Plattform geschaffen und 2011 einen Home-Learning-Tag in der Schule durchgeführt hat. Daher war das Gymnasium nun auch für die Coronazeit bestens gerüstet.

Vielseitige Begabungen und Hobbys

Von einem Schulprojekt ausgehend hat sich Berger schon vor Jahren dem Tischtennis verschrieben, wo er vor allem im Nachwuchsbereich für Schülertraining zuständig war. Darauf wurde der Tischtennisverein St. Peter/Au gegründet, der zeitweilig als zweitgrößter Nachwuchsverein Niederösterreichs geführt wird. Ein Schülertraining leitet Berger noch heute, doch ist er zudem für die Tischtennis-Schiedsrichterausbildung in Österreich zuständig und selbst als Schiedsrichter der Elite-Gruppe weltweit im Einsatz.

„Das Highlight war sicher 2015 die Einzel-WM in der chinesischen Stadt Suzhou“, berichtet der sportbegeisterte Mostviertler. Rad- und Skifahren aber auch Schwimmen sind ein wichtiger Ausgleich zum Beruf. Und dann und wann greift er zur Trompete oder setzt sich ans Klavier.