Deinhofer zu Auslandseinsatz: „Hat mich sehr bewegt“. Stefan Deinhofer aus Seitenstetten arbeitete ein Jahr in zwei Kinderheimen in der indischen Großstadt Bangalore. Am nächsten Dienstag hält er darüber einen Vortrag.

Von Daniela Führer. Erstellt am 04. September 2019 (05:29)
privat
„Die Entwicklung der Kinder zu beobachten, wie sie sich im Laufe ihres Aufenthaltes verändert haben, das hat mich sehr bewegt“, erklärt Stefan Deinhofer. Am Bild mit einigen seiner Burschen am Weg zum Cricketplatz.

Der Wille, einen gänzlich anderen Teil dieser Welt zu sehen, und der Vortrag eines ehemaligen Schülers am Stiftsgymnasium Seitenstetten gaben dem nunmehr 19-jährigen Stefan Deinhofer die Motivation, sich einer der wohl größten persönlichen Herausforderungen seines Lebens zu stellen: ein Jahr Auslandszivildienst in Indien.

Von August 2018 bis August 2019 war er über „Volontariat bewegt“, einer Initiative der Salesianer Don Bosco in Österreich und Jugend Eine Welt in der indischen Metropole Bangalore, die zwischen zehn und zwölf Millionen Einwohner zählt. „Ich war in zwei Kinderheimen tätig. Diese Kinderheime sind Teil der Organisation Bosco Bangalore, die seit vielen Jahren von den Salesianern Don Bosco betrieben werden.

privat
Stefan nach einer gewonnenen Partie Cricket mit seinen Schützlingen Premtej und Vishnu.

Das erste halbe Jahr arbeitete ich mit Burschen von 15 bis 21 Jahren, das zweite halbe Jahr mit Fünf- bis Elfjährigen“, erzählt Stefan Deinhofer. „Ich kümmerte mich in dieser Zeit um die medizinische Betreuung der Kinder, unterrichtete Englisch und Mathematik, gestaltete Freizeitaktivitäten und war Ansprechperson für die Kinder.“

Aus diesen Gesprächen und den Erlebnissen in Indien nahm er viele Erfahrungen und Geschichten mit, die er in einem Vortrag am Dienstag nächster Woche, 10. September, um 19.30 Uhr im Bildungszentrum St. Benedikt mit interessierten Besuchern teilt.

"Wollte mich schon immer für unsere Gesellschaft engagieren"

Besonders prägend war für ihn, zu sehen, wie sich seine Schützlinge in den Heimen weiterentwickelten. „Die Burschen kamen von der Straße oder aus Familien, die sich nicht mehr um sie kümmern konnten, zu uns. Sie waren zu Beginn stark traumatisiert, zum Teil auch aggressiv.  Wenn man dann aber gesehen hat, welche Fortschritte sie in der Zeit bei uns gemacht haben, wie sie sich verändert haben, das hat auch mich sehr bewegt“, erzählt Stefan.

Der Aufenthalt in Indien hat auch seine Zukunftspläne in eine Richtung gelenkt und konkretisiert: „Ich wollte mich schon immer für unsere Gesellschaft engagieren und ich halte es dahingehend ganz einfach für sinnvoll, sich das große Ganze anzusehen und global zu denken.

Daher habe ich beschlossen, im Herbst das Studium der Volkswirtschaftslehre an der Hauptuni in Wien zu beginnen“, erzählt der 19-Jährige.