LiSEC: Corona-Rückstand nicht aufzuholen. LiSEC muss Kosten senken und setzt seit Juni Mitarbeiter frei. 110 könnten es bis Jahresende sein.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 02. September 2020 (04:57)
Die Firma LiSEC bekommt die Coronakrise massiv zu spüren und muss Kosten senken. Das bedeutet auch die Freisetzung von Mitarbeitern.
Aichinger

Die Firma LiSEC hat mit den Auswirkungen der Coronakrise hart zu kämpfen, denn Covid-19 hat in der gesamten Investitionsgüter-Industrie und insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau zu einem signifikanten Auftragsrückgang geführt. „Inzwischen ist wieder eine Belebung der Nachfrage zu spüren. Der Rückstand vor allem aus den Monaten März bis Mai wird jedoch bei Weitem nicht mehr aufzuholen sein. Aufgrund der nach wie vor unsicheren Lage ist die weitere Auftragsentwicklung schwer abzuschätzen. In Summe gehen wir jedoch davon aus, dass der Auftragseingang nicht unter unseren revidierten Planungen liegen wird“, sagt CEO Gottfried Brunbauer.

CEO Gottfried Brunbauer rechnet mit einer länger dauernden Konjunkturschwäche.
LiSEC

Im März hat LiSEC mit Kurzarbeit auf die Krise reagiert, doch diese wurde, laut Auskunft des Unternehmens, nach 12 Wochen, also Mitte Juni, weitgehend beendet. „Um das Lieferprogramm infolge des guten Auftragsstandes vor Corona sowie auch aufgrund der laufenden Auftragseingänge im restlichen Jahr zeitgerecht abarbeiten zu können, war eine Verlängerung der Kurzarbeit nicht möglich“, berichtet Brunbauer.

Außer etwa zehn Mitarbeitern in einer Tochtergesellschaft in Oberösterreich seien daher keine Beschäftigten mehr in Kurzarbeit.

Nach Einschätzung der LiSEC-Geschäftsführung geht die wirtschaftliche Erholung nach dem Lockdown deutlich langsamer als ursprünglich angenommen und wird zusätzlich durch die unsichere und fragile Lage in Europa aber auch weltweit gedämpft. Die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Krise, werde sich daher bis weit ins nächste Jahr erstrecken.

„Bei einer länger dauernden Konjunkturschwäche, von der wir ausgehen müssen, sind Maßnahmen zur Senkung der Kosten unumgänglich. Dies umfasst auch Personalfreisetzungen, die im Juli begonnen wurden und im 4. Quartal abgeschlossen werden“, sagt Brunbauer. Abhängig von den weiteren Entwicklungen seien bis Jahresende voraussichtlich bis zu 110 Mitarbeiter betroffen. Sie würden aber durch einen Sozialplan sowie die Möglichkeit einer Arbeitsstiftung bestmöglich unterstützt.

Der Betriebsrat ist eingebunden und bemüht, die betroffenen Mitarbeiter zu beraten und zu unterstützen.