Sommerrefektorium: Die stuckverzierte Decke bröckelt. Im Sommerrefektorium sind Teile des kunstvollen Verputzes herabgefallen.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 22. Februar 2020 (03:34)
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Abt Petrus Pilsinger zeigt im Sommerrefektorium auf den Schaden an der Decke.
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„Ein so großes Gebäude ist eben immer in Bewegung“, stellt Abt Petrus Pilsinger in Anbetracht des Schadens an der Decke des Sommerrefektoriums nüchtern fest, wenngleich er natürlich kürzlich genauso perplex war wie jene Musiker, die im so schönen, mit vielen wunderbaren Kremser-Schmidt-Werken ausgestatteten Speisesaal für festliche Anlässe ihre CD-Aufnahme machen wollten und die herabgefallenen Teile des kunstvollen Deckenverputzes entdeckten.

Das Sommerrefektorium mit seinen wertvollen Gemälden gilt als Hauptwerk des Kremser Barockmalers Johann Martin Schmidt, der mit dem Stift eng verbunden war und als „Symbolist im Hell und Dunkel“ hier über mehrere Jahre hinweg großartige Werke geschaffen hat.

Ursache könnte der Heizungseinbau sein

Die Ursache für den Schaden kann nicht eindeutig benannt werden, möglicherweise liegt sie im vor mehr als 50 Jahren durchgeführten Heizungseinbau. „Jedenfalls ist der Saal nun gesperrt, es wird die Statik der Decke genau untersucht. Wir holen derzeit Kostenvoranschläge ein, das Denkmalamt ist eingebunden, die aufzubringende Summe dürfte jedenfalls jenseits der 500.000 Euro-Marke liegen“, meint Abt Petrus angesichts dieser so hohen Summe betroffen.

Die Erhaltung einer so großen Klosteranlage bedarf laut Abt Petrus natürlich immer wieder großer Anstrengungen und stellt – neben der Restaurierung am Sonntagberg – fortwährend neue Herausforderungen an den verantwortungsvoll agierenden Hüter dieser wertvollen Bausubstanz.