Seitenstetten

Erstellt am 28. Februar 2017, 04:19

von Sabine Hummer

Startschuss für Hochwasserschutzbau ist gefallen. Seit zwei Wochen wird mit Hochdruck am Hochwasserschutzprojekt gearbeitet. Der Treffling-Bach wird dafür provisorisch verlegt.

Bei der Baubesprechung: Der Fortschritt an der Baustelle Hochwasserschutz kann sich sehen lassen. Bürgermeister Johann Spreitzer (l.) und Projektleiter Oliver Huber (Abteilung Wasserbau Land NÖ) besprachen mit den Firmen und Experten sowie Grundbesitzer Franz Gerstmayr (3.v.l.) die nächsten Schritte.  |  NOEN, Sabine Hummer

Die Bagger sind angerollt, ein Großteil der benötigten Waldflächen für das künftige Rückhaltebecken gerodet. Die Vorarbeiten für das Jahrhundertprojekt Hochwasserschutz laufen derzeit auf Hochtouren.

„Leider hat der strenge Winter den Start verzögert, deshalb stehen wir ein wenig unter Zeitdruck. Derzeit läuft aber alles planmäßig“, stellte Projektleiter Oliver Huber (Abteilung Wasserbau der NÖ Landesregierung) bei der Baubesprechung am vergangenen Donnerstag vor Ort fest.

30.000 Liter pro Sekunde dank Durchlass

Im Dezember fanden bereits die Angebotseröffnungen für einen Teil des Hochwasserschutzes statt und die ersten Teilaufträge wurden nach dem Bestbieterprinzip weitervergeben. Die Firma Hinterholzer erhielt den Zuschlag für die Erdbau- und Rodungsarbeiten und hat nach Ende des Dauerfrostes mit 13. Februar die Großbaustelle in Betrieb genommen. Der Zuschlag für die Betonstahlarbeiten ging an die Firma Porr, die Firma Betonkurier erhielt den Auftrag für den Transportbeton.

Geplant ist Folgendes: Nach der Rodung des Waldstücks entlang der Treffling wird der Bach provisorisch umgelegt und das Gelände geebnet. Die Wehr wird abgerissen, an dieser Stelle wird eine Fischleiter errichtet, um ein ökologisches Gleichgewicht in Zukunft zu gewährleisten. Im Anschluss wird ein Durchlassbauwerk errichtet. Dieses soll die Wassermenge in Spitzenzeiten drosseln und nur jene Menge durchlassen, welche im Markt keinen Schaden anrichtet.

30.000 Liter können hier pro Sekunde durchgeführt werden. Falls mehr Wasser im Anmarsch ist, soll die Rückstaumenge aufgestaut werden, wofür ein 240 Meter langer und 80 Meter breiter Damm hochgezogen wird, der den ganzen Talbogen absperrt. „90.000 Kubikmeter Erdmaterial werden dafür aufgeschüttet“, informiert Huber.

Hochwasserschutz kostet 5,9 Millionen

Sobald die Bauarbeiten für das Durchlassbauwerk abgeschlossen sind, wird der begradigte Bach durch dieses durchgeleitet und das Provisorium wieder rückgebaut. Insgesamt 240.000 Kubikmeter Fassungsvermögen wird das Rückhaltebecken aufweisen. Die Jahrhunderthochwasser, die den ganzen Ortskern unter Wasser gesetzt haben, sollen dann Geschichte sein.

Rund 5,9 Millionen Euro kostet das Hochwasserschutzprojekt, wobei das Land NÖ 2.298.900 Euro zuschießt und der Bund 2.891.400 Euro beisteuert. 12,4 Prozent der Summe – rund 732.000 Euro – beträgt der Anteil der Marktgemeinde Seitenstetten.

„Das ist ein Meilenstein für unsere Gemeinde. Sobald die gesamten Planungsarbeiten für die Umfahrung seitens der NÖ Straßenbauabteilung abgeschlossen sind, werden wir alle Bürger zu einem Informationsabend einladen, wo das gesamte Vorhaben präsentiert wird“, verspricht Bürgermeister Johann Spreitzer. Schon jetzt bedankt sich der Ortschef bei allen Anrainern und Grundeigentümern – allen voran Franz Gerstmayr, auf dessen Grundstück das Rückhaltebecken errichtet wird – für die Kooperation.