Amstettner Bergretter: Immer einsatzbereit

Erstellt am 26. September 2022 | 06:17
Lesezeit: 3 Min
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Helmut Lutz, Leiter der Berg-rettung Amstetten, warnt davor, sich allzu leichtfertig in alpines Gelände zu begeben.
Foto: Schleifer-Höderl
Das alpine Gelände wird für immer mehr Menschen zum Fun-Freizeitort. Nicht alle sind sich der Gefahren bewusst.
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Der Trend, seine Freizeit in den Bergen zu verbringen, hält seit Beginn der Pandemie ungebrochen an. Doch es ist Obacht geboten, wenn man sich in alpines Gelände begibt. „Nach wie vor wird vieles diesbezüglich unterschätzt, dafür aber die eigene Kondition überschätzt“, berichtet der Leiter der Bergrettung Amstetten, Helmut Lutz.

In der Wintersaison 2021/22 hat die Ortsstelle Amstetten 15 Einsätze auf der Forsteralm und in diesem Sommer vier Einsätze, unter anderem am Brandstetter Kogel, absolviert, zwei davon waren Sucheinsätze. Im Winter rückt sie vor allem wegen Schulterverletzungen und Knöchelbrüche aus, im Sommer, weil sich Wanderer verlaufen. „Immer wieder kommt es vor, dass Verunfallte nicht ausreichend versichert sind, und auf sie daher erhebliche Bergekosten zukommen können. Ich rate deshalb, Fördermitglied der Bergrettung zu werden. Das kostet im Jahr 28 Euro. Damit ist man bei Unfällen im Gelände weltweit bis 25.000 Euro Bergekosten versichert.“

Das Einsatzgebiet der Amstettner Bergretter – zurzeit 48 Mann, davon 22 im Aktivdienst und sieben in Ausbildung – erstreckt sich im Sommer von der Region Amstetten über den Brandstetterkogel bis zur Stillsteinklamm. Im Winter ist es das Skigebiet Forsteralm, aber auch die Region um den Hochkogel, der ebenfalls ein begehrtes Schneeschuh- und Skitourengebiet ist. Darüber hinaus unterstützt die Ortsgruppe Amstetten Nachbarortsstellen bei Gebietseinsätzen wie etwa in Lackenhof. „Dies alles ehrenamtlich, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr und bei jedem Wetter. Dazu kommen noch ständige Aus- und Weiterbildungen. Wir machen unsere Sache aus Überzeugung“, sagt Lutz.

Gute Tourenplanung sehr wichtig

Und das tut die Amstettner Bergrettung schon seit dem Jahr 1922, denn da wurde die Ortsgruppe von Hans Kremitzka und Alois Lachinger gegründet. „Ungefähr nachvollziehbar haben wir von 1940 bis 2021 an die 2.430 Einsätze geleistet. Im Oktober wird es auch eine besondere Veranstaltung anlässlich unseres einhundertjährigen Bestehens geben (siehe Infobox).“

Lutz begrüßt durchaus, dass das Erkunden der Bergwelt an Popularität gewinnt, gibt aber auch zu bedenken: „Dabei handelt es sich um keinen Spaziergang! Es ist unerlässlich, auf eine gute Tourenplanung zu achten, die eigenen Fähigkeiten und das Können objektiv einzuschätzen. Und es braucht einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur!“

Infos: www.amstetten.bergrettung-nw.at

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