„Sieht wie Schipiste aus“

Erstellt am 30. Juli 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Großbaustelle / EVN baut in Niederösterreich die größte Erdgas-Hochdruckleitung der Geschichte. Projekt hat Bezirk erreicht: Zurzeit wird in Ferschnitz die Trasse gerodet.
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Von Gottfried Langeder

FERSCHNITZ / Quer durch Niederösterreich zieht sich eine Großbaustelle, deren Endpunkt in den nächsten Tagen der Bezirk Amstetten sein wird. Die EVN baut die größte Erdgas-Hochdruckleitung ihrer Geschichte. Bis Ende 2013 wird die 150 Kilometer lange Leitung von Auersthal über Tulln, Loosdorf, Ferschnitz, Euratsfeld, bis nach Amstetten (Doislau) geführt, wo sie in das bestehende Netz der EVN eingebunden wird. Diese „West 4 - Westschiene“ soll, laut Grundlage von Kapazitätsberechnungen, bis ins Jahr 2030 für Ostösterreich sämtliche Absatzforderungen abdecken.

Sie wird die seit den späten Fünfzigerjahren bestehenden EVN-Hochdruckleitungen (West 1 und 2 bei Blindenmarkt) entlasten, die in einigen Jahren außer Betrieb genommen werden. Die Vorbereitungen mit Rodungsarbeiten, Abheben des Oberbodens, Unterführung des Ochsenbaches und Durchbohren einiger Straßen, haben den Amstettner Bezirk in Ferschnitz (Innerochsenbach) erreicht.

Ferschnitzs Bürgermeister Johann Berger, der gleichzeitig auch Bauernbundobmann ist: „Bei uns sieht es aus, als wollten wir durch die Gemeinde eine Schipiste bauen. Doch dank der korrekten Bauausführung der Firma, des schönen Wetters und der Einsicht der Landwirte gibt es bis jetzt zum Glück noch keine Klagen“.

Der Leitungsbau wird von Archäologen begleitet, wobei im Gemeindegebiet Ferschnitz bis jetzt noch keine Funde zu verzeichnen waren. Bauaufsicht für den letzten Leitungsabschnitt hat Polier Josef Zehetner von der Firma Leyrer + Graf aus Horn: „Obwohl große Baumaschinen zum Einsatz kommen, ist es eine heikle Aufgabe, die tausenden Rohre mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern, einer Länge von 18 Metern und einem Gewicht von drei Tonnen zu verlegen. So werden oft mehrere hundert Meter miteinander zu einer langen Rohrleitung verschweißt und von Spezialbaggern dann mindestens zweieinhalb Meter tief im Boden versenkt.“

Der für die Leitungsverlegung benötigte Rodungsstreifen wird nach Beendigung der Arbeiten bis auf eine behördlich vorgeschriebene Breite von vier Metern wieder aufgeforstet, begrünt oder für die Landwirtschaft rekultiviert.

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