Stadt Amstetten war 20 Jahre lang falscher Hausbesitzer. Gebäude in Winkling-Siedlung war zwei Jahrzehnte lang als Eigentum der Stadt Amstetten vermerkt. Nun entdeckten die ÖBB aber, dass es eigentlich ihnen gehört.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:32)
20 Jahre lang war dieses Gebäude im „Besitz“ der Stadt Amstetten. Nun haben die ÖBB entdeckt, dass es eigentlich ihnen gehört. Ab sofort zahlt die Gemeinde daher Miete.
Heribert Hudler

Es klingt fast unglaublich, ist aber wahr: 20 Jahre lang war ein Gebäude in Winkling-Siedlung offiziell als Besitz der Stadt vermerkt, obwohl es eigentlich den ÖBB gehört. Grund dafür dürften damals die Wirren des vierspurigen Ausbaus der Westbahn gewesen sein. Da wurden viele Flächen zwischen Stadt und ÖBB hin- und hergetauscht – und da kam es zu diesem Irrtum. Bemerkt hat ihn kürzlich nun die Bahn und der Stadt Amstetten, die das Haus nutzt, daraufhin ein Kaufangebot für die Liegenschaft unterbreitet. In dem Gebäude (Ecke Finkenstraße/Meisenstraße) sind nämlich einige Vereine untergebracht, darunter der Club 89 und auch die Bergrettung.

Stadt hat Liegenschaft vorerst gemietet

Die Stadt hat sich erst einmal Bedenkzeit genommen. „Wir wollen da nichts über den Zaun brechen. Die ÖBB und wir haben unterschiedliche Preisvorstellungen und zum Haus gehört ja auch ein großes Grundstück, das jetzt als Spielplatz genutzt wird“, sagt Ortsvorsteher Manuel Scherscher (VP).

Vorerst hat man daher die ganze Liegenschaft zu einem moderaten Preis von monatlich 250 Euro gemietet. „Wir werden in Ruhe darüber nachdenken, wie wir da weiter vorgehen. Das Haus ist ja schon ziemlich desolat. Wenn wir es nicht kaufen, müssen wir uns natürlich um neue Räumlichkeiten für die betroffenen Vereine umsehen. Sorgen, plötzlich ohne geeignete Räume dazustehen, muss sich niemand machen“, versichert der Ortsvorsteher.