188 Corona-Krankheitsfälle im Bezirk Amstetten. Mit Stand Mittwoch, 1. 4., 11 Uhr weist das Gesundheitsministerium für den Bezirk Amstetten 188 und für die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs 22 Personen aus, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. In diesen Summen sind allerdings auch die bereits Genesenen und leider auch die vier Verstorbenen enthalten. Massiv getroffen von der Krise ist natürlich auch im Bezirk die Wirtschaft. Kammerobmann Gottfried Pilz fürchtet vor allem um die Nahversorgung und kritisiert die großen Handelsketten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 01. April 2020 (11:28)
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In der Gemeinde Ardagger hat sich die Zahl der Infizierten um einen auf 36 erhöht, davon sind 14 aber bereits wieder gesund. 

Dass es auch in St. Valentin Erkrankte gibt, hat Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr schon vor einigen Tagen bekanntgegeben. Jetzt nennt die Gemeinde erstmals auch eine Zahl. Vier Personen sind demnach infiziert.

Das Virus hat nun auch Seitenstetten erreicht. Mit Stand 1. April gibt es dort zwei infizierte Personen.

In Haidershofen gab Bürgermeister Manfred Schimpl schon gestern drei Erkrankungen bekannt. 

Der Bezirk Amstetten führt mit 188 Infizierten noch immer die Statistik im Land NÖ an, aber nur noch ganz knapp vor dem Bezirk St. Pölten mit 185 Erkrankten. Die Nachbarbezirke in NÖ weisen folgende Zahlen auf: Scheibbs 87, Melk 102.

Handelsketten halten sich nicht an Regierungsvorgaben

Zu Wort meldet sich im Bezirk Wirtschaftskammerobmann Gottfried Pilz aus Neuhofen an der Ybbs. Er ortet eine Ungleichbehandlung von Betrieben: "Die Beschränkungen in der heimischen Wirtschaft durch die Betretungsverbote lösen wachsenden Unmut bei den Unternehmern aus. Mit der Regelung, dass nur Lebensmittelgeschäfte für die Grundversorgung offen halten dürfen, kommt es zu einer eklatanten Wettbewerbsverzerrung und einer massiven Gefährdung der regionalen Nahversorgung mit den kleinen Strukturen. Bäcker und Fleischer leiden zum Beispiel darunter, dass ihre Umsätze zurückgehen."

Besonders kritisiert der Wirtschaftskammerobmann die Vorgehensweise der großen Handelsketten. Diese würden den Umstand, dass Händler mit Warengruppen, die nicht der notwendigen Grundversorgung dienen - Textilien, Spielwaren, Blumen und anderes mehr -, zusperren mussten, noch ausnutzen. "Sie bieten nämlich gerade diese Dinge mit Aktionspreisen an und bewerben das auch noch aktiv mit Flugblättern", ärgert sich Pilz. Damit würden die Handelsketten eindeutig gegen die Vorgaben der Bundesregierung verstoßen, doch das werde nicht exekutiert und habe für sie somit auch keine negativen Folgen. 

"Wir fordern daher eine Solidarität der Großen und erwarten uns von der Politik eine klare Sprachregelung. Sonst laufen wir Gefahr, dass wir unsere Nahversorgung nachhaltig schädigen", sagt Pilz!