Caritas für Welt, die Wohlstand teilt. Bei Elisabethsammlung wird wieder um Hilfe für Menschen in Not gebeten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 01. November 2016 (05:45)
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Die Caritas führt einen unermüdlichen Kampf gegen die Armut und bittet um Spenden bei der Elisabethsammlung am 13. November (v.l.n.r.): Grete Gamper vom Carla Amstetten, Caritasdirektor Hannes Ziselsberger und Marianne Weigl von der Sozialberatung der Caritas.
NOEN, Knapp

Dem Beschäftigungsprojekt Carla stattete Caritas-Dirketor Hannes Ziselsberger in der Vorwoche einen Besuch ab und befand, dass es doppelt Sinn macht: Zum einen bekommen Frauen hier die Chance zum Wiedereinstieg in die Arbeitswelt, zum anderen haben Menschen die in Armut leben, die Chance, günstig Kleidungsstücke zu erwerben.

„Eine familiengerechte Wohnung für sechs Personen ist sicher nicht unter 600 Euro zu finden“

Hannes Ziselsberger

Am 13. November findet wieder die Elisabethsammlung der Caritas statt. Die Spenden fließen an Menschen in Not im Inland. Allein 70.000 Kinder und Jugendliche sind auf Mindestsicherung angewiesen. „Sie trifft die Armut doppelt. Denn sie haben wenig zum Leben und auch schlechte Startmöglichkeiten“, sagt Ziselsberger.

Die Mindestsicherung sieht er als unbedingt notwendig an, wobei man Wohnung oder Energie durchaus als Sachleistungen zur Verfügung stellen könne. Von der Deckelung auf 1.500 Euro für Familien, wie die ÖVP-NÖ sie propagiert, hält Ziselsberger wenig: „Eine familiengerechte Wohnung für sechs Personen ist sicher nicht unter 600 Euro zu finden. Hinzu kommen noch die Betriebs- und Energiekosten. Mit der neuen Regelung werden Familien, die jetzt versorgt sind, Probleme bekommen“, fürchtet Ziselsberger.

Den Vergleich mit Geringverdienern, die auch kaum genug zum Leben verdienen, lässt er nicht gelten. „Der Schluss daraus kann nicht sein, dass jene, die arbeiten wollen aber keine Arbeit finden, noch weniger als das Lebensnotwendige haben sollen.“

Sorgsamer Umgang mit Spendengeldern

Zur Caritas kommen jene Leute, die wirklich nicht mehr wissen, wie sie die nächste Miete oder die nächste Stromrechnung zahlen sollen. „Wir prüfen ihre Angaben natürlich genau“, versichert Marianne Weigl von der Caritas-Sozialberatung, dass sorgsam mit den Spendengeldern umgegangen werde.

Allein im Vorjahr hat die Caritas St. Pölten 5.000 Menschen mit Kleidung und 2.300 Haushalte mit Lebensmittelgutscheinen und Zuschüssen für Energiekosten im Wert von über 50.000 Euro unterstützt. Mit Geld allein ist es im Kampf gegen die Armut aber nicht getan. „Es braucht auch viele Menschen, die für eine Welt eintreten, in der niemand zurückgelassen wird, in der der Wohlstand geteilt wird“, sagt der Caritasdirektor.

Die Caritas betreibt Sozialstationen in Amstetten, St. Pölten, Krems und Waidhofen/Thaya.