Kleiner Kämpfer Ryan soll nun essen lernen. Bub kam mit einer offenen Bauchdecke zur Welt. Er hatte in vier Jahren neun Operationen, lebte im Umdasch-Haus in Amstetten. Familie übersiedelte kürzlich aus St. Pölten, Round Tables Amstetten und St. Pölten mit Spenden sowie Wiener Neustädter Anwalt mit Konto-Betreuung helfen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 09. Oktober 2018 (06:15)
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Der kleine Ryan kam mit offener Bauchdecke zur Welt. Doch die Ärzte konnten ihn retten.

Der kleine Ryan Müller kämpft seit der Geburt um sein Leben. Er kam mit offener Bauchdecke zur Welt, Darm, Magen und Milz hingen aus dem Körper. Mit Notoperationen gelang es den Ärzten, ihn zu retten. Er musste aber lange Zeit künstlich beatmet und auch ernährt werden.

 

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Der kleine Ryan kam mit offener Bauchdecke zur Welt. Doch die Ärzte konnten ihn retten.Rechts:Inzwischen kann der Bub selbst atmen und auch sprechen, hat aber noch immer eine Magensonde. Nun soll er auch normal essen lernen.

Aber Ryan ist ein Kämpfer. Inzwischen ist er vier Jahre alt und hat in seinem jungen Leben schon neun Operationen hinter sich. Für seine Eltern war es unmöglich, ihn selbst zu pflegen. Drei Jahre lebte er deshalb im Hilde-Umdasch-Haus in Amstetten, einer Wohngemeinschaft für schwerkranke Kinder, die von der Malteser Kinderhilfe betrieben wird. „Wir haben in St. Pölten gewohnt, ich bin in dieser Zeit 40.000 Kilometer gefahren, um Ryan regelmäßig sehen zu können“, erzählt seine Mutter, Evelin Müller.

Heuer geschah dann ein kleines Wunder. Bei einem Eingriff entfernten die Ärzte einen großen Polypen aus Ryans Luftröhre und auch die Beatmungskanüle und er begann selbst zu atmen. Das war ein wichtiger Schritt zur Gesundung. Ryan hat schon einen Teil seines Entwicklungsrückstandes aufgeholt. „Ryan ist zwar mit 15 Kilo und 98 Zentimetern noch kleiner als andere Kinder in seinem Alter, aber geistig ist er fit und spielt auch schon gerne mit dem Handy und mit dem Computer“, berichtet seine Mutter.

Ryan wohnt wieder bei seinen Eltern

Sie und ihr Mann sind im Sommer nach Amstetten übersiedelt, denn Ryan konnte das Hilde-Umdasch-Haus verlassen und wohnt nun bei seinen Eltern. Er ist aber regelmäßig in der Wohngemeinschaft zu Besuch. „Daher erschien es uns sinnvoll, umzuziehen. Mein Mann Robert ist nun in Pflegekarenz“, berichtet Evelin Müller.

Ernährt wird Ryan nach wie vor über eine Magensonde. Er hat zwar im Alter von 15 Monaten schon ein wenig Nahrung mit dem Löffel zu sich genommen, aber nach einer Darminfektion damit aufgehört.

„Da er nun selbst atmet, ist der nächste Schritt, dass ihm die Magensonde entfernt wird und er das Essen lernt“, sagt die Mutter. Dazu bedarf es aber eines längeren Aufenthaltes in einer Grazer Spezialklinik oder im Wiener Wilhelminenspital. Die Kosten dürften sich, da ihn ja ein Elternteil begleiten wird, auf rund 8.000 Euro belaufen. Und da kommt nun das Hilfsprojekt „Fly with me“ ins Spiel.

„Die Familie ist an uns herangetreten und hat um Unterstützung gebeten, denn die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht“, berichtet dessen Leiterin Maria Lehner. Sie will einen Großteil der Summe über Spenden finanzieren.

„Wir haben schon Round Table Amstetten und St. Pölten dafür gewonnen, einen Teil zu übernehmen. Es wäre schön, wenn sich noch weitere Unterstützer finden würden, die dem kleinen Ryan helfen“, sagt Lehner. Das Ziel ist, Ryan ab Februar den Besuch des Integrationskindergartens in Neufurth zu ermöglichen – ein weiterer Schritt in Richtung Normalität in seinem Leben.