Ein bieriges „Craft Lackl“. In seinem umgestalteten Keller in St. Georgen stellt Markus Gleiss (41) sein eigenes Bier her. Das Getränk kam bereits bei einer Hochzeit in Schönbrunn zum Einsatz.

Von Peter Führer. Erstellt am 08. Dezember 2017 (05:06)
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Markus Gleiss in seiner Kellerbrauerei. Dort kommt natürlich auch die Gemütlichkeit nicht zu kurz. Als Dekorationselement fungiert eineinternationale Sammlung von Bierflaschenaus zahlreichen Ländern der Welt.
NOEN, Peter Führer

Ein „Kraftlackel“ ist – laut Duden – ein umgangssprachlicher Begriff für einen besonders kräftigen Menschen. Das „Craft Lackl“ ist etwas gänzlich anderes. Nämlich ein Bier, das vom St. Georgner Markus Gleiss (41) in der hauseigenen, kleinen Brauerei im Keller gebraut wird. „Kräftig“ kann es übrigens auch sein.

Die Idee, sein eigenes Bier zu brauen, kam Gleiss schon vor etwa drei Jahren. „Ein Freund und ich haben schon lange Zeit darüber geredet, aber wie so oft folgten den Worten keine Taten. Schließlich war Kabarettist Michael Scheruga, den ich privat kenne, entscheidend.“ Scheruga habe die Idee gehabt, zu seinem neuen Programm ein eigenes Bier zu brauen, das jeder Käufer einer CD mitbekommt. „Er selber hat dann zu wenig Zeit gehabt, daher habe ich das Equipment und auch das Brauen des ‚Micha Ale’ übernommen“, erinnert sich der St. Georgner zurück.

Vom Spielzimmer zur Heim-Brauerei

Kurzerhand gestaltete der St. Georgner einen Kellerraum, der zuvor als Spielzimmer diente, in eine kleine Brauerei um. Hier schreitet der zweifache Familienvater, der vor einigen Wochen auch das Gewerbe angemeldet hat, seit April 2016 ein Mal pro Woche zur Tat. „Angenehm ist, dass ich zeitlich nicht gebunden bin. Ich kann jederzeit brauen, wann ich will.“

Sieben Stunden dauert ein Brauvorgang, wobei in der Anlage von Gleiss 40 Liter Bier entstehen. Bier, das sich geschmacklich durchaus von anderen, geläufigeren Sorten abhebt. „Entscheidend für den Geschmack ist das Zusammenspiel von Malz, Hopfen und Hefe. Da gibt es tausende Möglichkeiten.“

Experimente führten zu eigenen Rezepten

Nach dem Brauvorgang dauert es noch etwa eineinhalb Monate, bis das beliebte Getränk trinkfertig ist. 40 Mal hat Gleiss bist jetzt gebraut. „Alle meine Biere sind eigene Rezepte. Ich habe viel gelesen und auch experimentiert und bin so zu den Ergebnissen gekommen.“ Auch optisch machen die Flaschen einiges her. „Die Etiketten gestaltet Karin Grünberger. Sie hat ein eigenes Design für das ‚Craft Lackl‘ kreiert“, verrät der St. Georgner. Im Standardangebot gibt es ein Porter (ein dunkles Bier), ein Pale Ale (eine helle Sorte) und ein Rotblondes.

Zum Einsatz kamen die diversen, selbst gebrauten Sorten bereits bei einigen Veranstaltungen, etwa dem Benefizlauf in St. Georgen, Geburtstagsfeiern oder sogar bei einer Hochzeit in Schönbrunn. „Für diese Veranstaltungen gibt es immer eigene Etiketten, die auf den Anlass zugeschnitten werden.“

„Georgsbräu“ bei den Eröffnungswochen

Zuletzt kam eine neue Biersorte von Gleiss bei den Eröffnungswochen des Georgsaales zum Einsatz: das „Georgsbräu“. Bei den Besuchern der Veranstaltung kam das neue Getränk gut an, schon vor der letzten Veranstaltung war das Sortiment erschöpft. „Ich werde das Georgsbräu fix ins Programm aufnehmen. Vielleicht wird es in naher Zukunft auch in lokalen Geschäften angeboten“, blickt Gleiss in die Zukunft.

Angedacht sei zudem, in Zukunft in der Brauerei im Keller Seminare zu machen, inklusive Bierbrauen und -verkostung. „Das alles ist jetzt erst im Anlaufen. Die Teilnehmer erhalten dann nach eineinhalb Monaten ihr selber gebrautes Bier, – natürlich mit eigenem Etikett.“