Hilfe für das Leben zuhause. St. Georgen/Ybbsfelde: Nach einem Unfall sitzt Magdalena (21) im Rollstuhl. Unterstützer können mithelfen, wichtiges Zubau-Projekt zu realisieren.

Von Peter Führer. Erstellt am 16. Dezember 2020 (05:13)
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Margit und Georg Gallhuber wollen Magdalena ein Leben zuhause ermöglichen. Für den dafür notwendigen Zubau laufen die Planungen. Die Familie ist für jede Unterstützung dankbar.
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Wie schnell es gehen kann, dass sich das Leben von einer Sekunde auf die andere ändert, zeigte ein dramatischer Verkehrsunfall vor vier Jahren. Magdalena „Magdi“ Gallhuber, damals 17 Jahre alt, war am 15. Juni 2016 mit dem Fahrrad unterwegs, als sie bei einer Kollision mit einem Pkw ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und zahlreiche Knochenbrüche erlitt. Es folgten zwei Schlaganfälle auf der Intensivstation. Der Vorfall führte bei Magdalena zu einer schweren Beeinträchtigung. Lange Zeit lag das junge Mädchen im Wachkoma, konnte sich weder bewegen, noch essen oder trinken, noch sprechen oder sich mit ihrem Umfeld verständigen.

Junges Mädchen mit vielen großen Plänen

Der tragische Vorfall sorgte nicht nur in St. Georgen, sondern auch weit über die Gemeindegrenzen hinaus für große Betroffenheit. „Unsere Magdalena war ein lebensfrohes junges und gesundes Mädchen. Sie hatte viele Freunde, nicht nur in der HLW Haag, die sie besucht hat. Magdi war gerne unterwegs und bei der Jugendorganisation in St. Georgen mit vollem Engagement mit dabei. Außerdem hat sie bei Feuerwehr-Zeltfesten oder als Kellnerin im Gasthaus oder bei vielen anderen Gelegenheiten gerne mitgeholfen“, erinnern sich Georg und Margit Gallhuber zurück. Der Unfall und die damit verbundenen schweren Beeinträchtigungen veränderten das Leben schlagartig.

Dennoch gab die Familie Gallhuber nicht auf. Mutter Margit gab nach dem Unfall ihren Beruf auf, um sich um die Förderung und Betreuung zu kümmern. Für eine neurologische Rehabilitation zog sie für ein halbes Jahr mit ihrer Tochter nach Salzburg. Und tatsächlich: Magdalenas Zustand besserte sich dank ihrer Willenstärke und der Unterstützung ihrer Eltern in den folgenden Jahren immer mehr. Die intensive Reha-Arbeit zeigt Früchte: Mittlerweile kann „Magdi“ einen elektrobetriebenen Rollstuhl bedienen und steht im ständigen Handy-Kontakt mit ihren Freundinnen. Werktags kann sie die Tagesbetreuung Assist in Amstetten besuchen. Entwicklungen, die nur dank unzähliger Therapien möglich sind und waren. Magdalena kann auch wieder essen, trinken, sprechen und das WC benützen. Dennoch ist Magdalena Tag und Nacht auf Betreuung angewiesen. Diese wollen ihre Eltern nun verstärkt in ihrem Zuhause ermöglichen.

Heimkehr als großes Ziel der Familie

Bis 2019 war das Leben zuhause aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten nämlich nicht möglich. Magdalena lebte im Amstettner Hilde-Umdasch-Haus. Doch der große Traum und Wunsch der Familie war es stets, Magdalena nachhause zu holen und gemeinsam als Familie zusammenleben zu können. Magdalenas Fortschritte ermöglichten es, dass sie im September 2019 wieder im Elternhaus einziehen konnte. Mit Einschränkungen, denn weder ihr Zimmer im ersten Stock noch das Badezimmer kann sie mit dem Rollstuhl erreichen. Daher muss die Familie zum Duschen Möglichkeiten auswärts nützen und Magdalena muss im Wohnzimmer schlafen.

Barrierefreier Zubau für bestmögliche Zukunft

„Für einen Bewohner mit Rollstuhl ist unser Zweifamilienhaus, das wir mit Magdalenas Großeltern bewohnen, denkbar ungeeignet“, erklären Margit und Georg. Viele Stufen aufgrund Hanglage und der verwinkelte Innenbereich sorgen für wenig Alltagstauglichkeit. Daher ist das große Ziel ein barrierefreier Zubau für Tochter Magdalena. Um das verwirklichen zu können, kauften ihre Eltern das Nachbargrundstück. „Dieses Areal haben wir in den vergangenen Jahren schon gepachtet und als Gartenbereich genützt“, erklärt Georg Gallhuber. Geplant sind unter anderem ein barrierefreies Badezimmer und eine rollstuhlgerechte Küche für die leidenschaftliche Köchin Magdalena. Ebenfalls sollen ein Schlafzimmer für Magdalena und ein Zimmer für eine Betreuungsperson entstehen.

Der große Wunsch der Familie ist klar: Magdalena soll mit vielen sozialen Kontakten auf ihrem Weg der Weiterentwicklung und Richtung mehr Selbstständigkeit die besten Voraussetzungen haben. „So wird Magdi auch weiterhin viele Fortschritte machen. Davon sind wir überzeugt“, wissen Margit und Georg Gallhuber. Das geplante Bauprojekt ist natürlich – zusätzlich zur ohnehin bereits äußerst fordernden Situation – eine sehr große finanzielle und organisatorische Belastung für die Eltern.

Für alle Unterstützer, die Magdi auf ihrem weiteren Weg der Rehabilitation helfen möchten, gibt es die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung (siehe Infobox) oder durch Dienstleistungen am Bau oder vergünstigte Baumaterialien. Unter anderem hat bereits Peter Steinmayr von „hopferwieser + steinmayr“ seine Hilfe bei den Installateurarbeiten zugesagt. „Wir haben selbst gesehen, wie schnell es gehen kann und sich das ganze Leben schlagartig ändert. Wir sind für jegliche Unterstützung sehr dankbar“, unterstreichen Georg und Margit Gallhuber.