Ortschef muss zittern

Erstellt am 29. Jänner 2015 | 06:54
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Foto: NOEN, Hummer
Rudolf Bscheid verliert mit SPÖ die absolute Mehrheit, eine weitere Periode als Bürgermeister hängt von der FPÖ ab, die ein weiteres Mandat gewinnen konnten.
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Der Schock sitzt tief bei Bürgermeister Rudolf Bscheid und seinem SPÖ-Team. Die Bürgermeisterpartei hat die absolute Mehrheit verloren, die schon bei der letzten Wahl nur mit einem Mandat abgesichert war.

„Hätten Arbeit noch besser verkaufen müssen“

Dieses wanderte zur FPÖ, die künftig mit zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten sein wird. „Ich muss sagen, für mich persönlich ist es schockierend, dass die FPÖ so zugelegt hat“, zeigt sich Bscheid getroffen. „Vielleicht hätten wir unsere Arbeit noch besser verkaufen müssen“, sucht Bscheid Gründe für den schlechten Wahlausgang.

Auch die Wählermobilisierung hätte laut Bscheid besser funktionieren können. „Der Wähler hat entschieden, nun werden wir in unseren Gremien beraten, wie es weiter gehen wird.“ Als mandatsstärkste Partei will die SPÖ zu Koalitionsgesprächen einladen. Falls es zu keinem Ergebnis kommen sollte, werde Bscheid die Konsequenzen ziehen.

SPÖ gewinnt mit nur 13 Stimmen mehr vor ÖVP

Gemeindeweit konnten die Sozialdemokraten nur 13 Stimmen mehr als die Volkspartei gewinnen, ein historisches Ergebnis für ÖVP-Parteiobmann Rudolf Divinzenz: „Wir sind sehr zufrieden und haben unser Wahlziel absolut erreicht, auch wenn sich am Mandantenstand nichts verändert hat.“

Divinzenz sieht das positive Ergebnis seiner Partei als einen klaren Auftrag der Wähler, Mitverantwortung in St. Pantaleon-Erla zu übernehmen. „Eines ist sicher, so wie wir es vor der Wahl gesagt haben, so werden wir es auch nach der Wahl beibehalten.“

Das Vorzugsstimmenmodell habe sehr gut gegriffen und das Ziel, die Absolute der SPÖ zu brechen, sei eindeutig erreicht. Über weitere Rollenverteilungen zu sprechen wäre aber unseriös.

Jubel bei FP: „Das Blatt hat sich gewendet“

Rein rechnerisch ginge sich für die Volkspartei sogar der Bürgermeistersitz aus. Das Zünglein an der Waage könnte die FPÖ sein, die sich über einen Mandatszuwachs freut. „Das Blatt hat sich gewendet“, jubelt Spitzenkandidat Johann Schlögelhofer. „Für die FPÖ bedeutet dieses Ergebnis, bei einer fairen Gemeindepolitik mitzuwirken“, stellt Schlögelhofer klar.

Ungereimtheiten gibt es noch bei der Auszählung der ÖVP-Vorzugsstimmen. Die Wahlbehörde hat die Wahlpunkte nach Reihung und Mandatsstand verteilt. Ob die ÖVP auf den Wahlakt zugreifen kann, um die persönlichen Vorzugsstimmen ihrer alphabetisch gereihten Kandidaten ausrechnen zu können, will Bscheid noch prüfen lassen.

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