Zu Fuß durch den Wilden Westen. Robert Schörghuber war vier Monate lang am Fernwanderweg im Wilden Westen Amerikas unterwegs. 4.279 Kilometer legte er zu Fuß auf seiner Abenteuerreise zurück.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 31. Mai 2018 (03:40)
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Vorher und nachher. Am 27. April 2017 startete Robert Schörghuber die abenteuerliche Wandertour im Westen der USA. Vier Monate und drei Tage später erreichte er sein Ziel in Kanada.
privat

Am 2. Juni wird Robert Schörghuber mit eindrucksvollen Fotos der „Pacific Crest Trail“ den Konzertabend des Carl-Zeller-Chors untermalen, am 28. Juni lädt er gemeinsam mit dem Kulturreferat der Gemeinde zur Fotoschau ins Schloss St. Peter.

4.279 Kilometer legte der 30-Jährige St. Peterer auf seiner Fernwanderung im Westen Amerikas zu Fuß zurück. Die Reise führte ihn von der mexikanischen Grenze aus quer durch die US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington bis in den Süden Kanadas. Dabei passierte er Wüsten, Winterlandschaften im Hochgebirge, Nationalparks und Vulkanlandschaften. Den Pazifik ließ er links liegen. „Die Route ist mehrere hundert Kilometer vom Ozean entfernt. Einmal habe ich den Pazifik vom Mount San Jacito aus der Ferne bei bester Fernsicht gesehen“, erzählt Schörghuber, der auf seiner gesamten Wanderung mit Wetterglück gesegnet war: „Es hat auf dem ganzen Weg nur zwei Mal geschneit und zwei Mal geregnet, sonst hat immer die Sonne geschienen.“

Vor drei Jahren ist der Kons trukteur und Computerprogrammierer durch Zufall auf das Langstreckenwandern gekommen. Nachdem er sich am Österreichischen Jakobsweg erstmals auf einer längeren Strecke versucht hatte, startete er am 27. April 2017 sein großes Abenteuer. „Der Pacific Crest Trail hat mich von Anfang an fasziniert und ich habe mich lange darauf vorbereitet und viele Erfahrungsberichte gelesen“, hatte er seinen Rucksack für – fast – alle Eventualitäten gepackt.

Harte Bedingungen durch Rekordschneejahr

„Man richtet sich ja danach, was man von anderen gelesen hat. Durch das Rekord-Schneejahr fand ich aber ganz andere Bedingungen vor. Statt knietiefe Bäche zu überqueren, waren es reißende Ströme. 400 bis 500 Kilometer lief ich permanent auf Schnee“, berichtet Schörghuber, der die gefährliche Hochgebirgspassage der Sierra Nevada gemeinsam mit einem Finnen und einem Südkoreaner, die er bei der Wanderung kennengelernt hatte, meisterte. „Es war nicht ungefährlich, wir wurden auch oft gewarnt, da innerhalb von zwei Wochen zehn Menschen starben. Nach Recherche haben wir aber erfahren, dass es sich dabei um unroutinierte Tagestouristen handelte. Wir haben unser Glück versucht und es geschafft.“

Bis zu 26 Kilo Gepäck schleppte Robert Schörghuber mit sich mit. Neben Zelt und Schlafsack hatte er immer Essen für sieben bis zehn Tage eingepackt, da Ortschaften abseits der Route lagen. Durch eine kompakte Filteranlage konnte er das Wasser vor Ort trinken.

Auf Tuchfühlung mit einem Bären

„In der Sierra Nevada war es Pflicht, die Nahrungsmittel in einem Bärenkanister aufzubewahren, den ich danach wieder heimgeschickt habe, um Gepäck zu sparen. Im Nationalpark in Kalifornien hätte ich ihn dann aber gut brauchen können“, sagt Schörghuber. Als er sein Lager aufgeschlagen hatte, hörte er Bärengeräusch aus der Ferne. „Ich habe mir gedacht, der ist eh weit weg. Im Zelt habe ich dann wieder etwas gehört und mit der Taschenlampe nach draußen geleuchtet. Da stand mir ein Bär Auge in Auge gegenüber. Ich habe mich groß gemacht und gebrüllt, und er hat sich umgedreht und ist gegangen“, wurde ihm die Gefährlichkeit dieser Situation erst im Nachhinein bewusst. Auch den Waldbränden, die in diesem Jahr besonders wüteten, kam er sehr nahe.

Vier Monate und drei Tage war Robert Schörghuber auf seiner Wanderung unterwegs. Da er noch Zeit bis zu seinem Rückflug hatte, machte er noch einen Abstecher nach Kanada und Hawaii. „Es war eine einmalige Erfahrung und man lernt Dinge zu schätzen, die im normalen Leben als selbstverständlich erachtet werden“, sagt Schörghuber, der sich darauf freut, sein großes Abenteuer in seinen Bildern Revue passieren zu lassen.