Bürger müssen das Trinkwasser abkochen

Im Wasser der St. Peterer Katastralgemeinde Kürnberg wurden bei Probeentnahmen Coliforme Bakterien und Enterokokken festgestellt, womit es nicht den strengen mikrobiologischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Die Gemeinde hat daher am 20. August eine Warnung an die Bevölkerung hinausgegeben, es nur abgekocht zu verwenden. Auch im Juli gab es Probleme mit der Qualität des Trinkwassers.

Erstellt am 26. August 2020 | 13:01
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Im August des Vorjahres stießen (von links) Vizebürgermeister Alois Seirlehner, Wasserwart Franz Brenn (sitzend), Bürgermeister Karl Josef Stegh aus Behamberg, Bürgermeister Johannes Heuras (sitzend), Martin Kaltenbrunner (IKW) und Bürgermeister Manfred Schimpl aus Haidershofen mit frischem Trinkwasser auf das erfolgreiche Gemeinde-Kooperationsprojekt an und darauf, dass die Versorgungprobleme in Kürnberg damit der Vergangenheit angehören. Dem ist auch so, mit der Qualität des Wassers gibt es in diesem Sommer allerdings noch Probleme. Nach der Ursache wird derzeit intensiv gefahndet.
Foto: NÖN-Archiv/Hummer

Eine Kürnbergerin, die seit 2016 im Ortsteil lebt, wandte sich in einem Schreiben an die NÖN und brachte darin ihren Unmut zum Ausdruck. "Seit ich hier wohne ist das schon das fünfte Mal, dass das Wasser verunreinigt ist. Ohne öffentliche Aufmerksamkeit wird sich dieser Zustand, auf längere Sicht gesehen, wohl nicht bessern." Die Gemeinde müsse stärker zur Verantwortung gezogen werden, fordert die Bürgerin daher und weist darauf hin, dass 2016 in Schwechat, als es dort ein Problem mit der Wasserversorgung gab, die Kommune sogar ein Mineralwasserlager für die Bürger angelegt habe.

Bürgermeister Johannes Heuras ist erstaunt, dass die Kürnbergerin sich zuerst an die Medien wendet, statt den direkten Kontakt mit ihm zu suchen. Er hat aber inzwischen mit der Bürgerin gesprochen und sie über die Problematik informiert.

Heuras bestätigt, dass es in der Vergangenheit öfters Probleme mit verunreinigtem Wasser in Kürnberg gab. Um diese zu lösen sei dann 2016 zwischen Quelle und Auffangbehälter eine UV-Anlage zur Entkeimung des Wassers installiert worden. Das habe auch geholfen. 

"Das änderte aber nichts an den quantitativen Versorgungsproblemen, die wir im Ortsteil auch hatten. Um da Abhilfe zu schaffen, haben wir uns dann mit den Gemeinden Behamberg und Haidershofen zusammengeschlossen, und eine Versorgungsleitung gebaut, die seit Herbst des Vorjahres in Betrieb ist", berichtet der Bürgermeister. Natürlich sei die Leitung vor Inbetriebnahme gespült worden, damit alles passe.

Bei einer Beprobung des Kürnberger Wassers Anfang Juli dieses Jahres hat die AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit) nun aber eine Überschreitung von Grenzwerten festgestellt. Die Gemeinde hat daraufhin  sofort die Bürger informiert, dass sie "das Wasser nur nach dreiminütigem Abkochen bei Siedetemperatur (sprudelnd kochend) für Trink- und Hausbrauchzwecke verwenden"  dürfen.

"Natürlich wurden laufend weitere Proben gezogen und da diese dann einwandfrei waren, konnten wir Mitte Juli wieder die Freigabe zur Verwendung des Wassers erteilen. Etwa einen Monat später hatten wir nun aber erneut ein Probe, die nicht passte, daher haben wir am 20. August wieder eine Warnung an die Haushalte ausgegeben. Dazu sind wir als Wasserversorger verpflichtet", berichtet der Bürgermeister.

Nun läuft intensiv die Suche nach der Ursache der Verkeimung und da gibt es mehrere Möglichkeiten. "Das Problem könnte an unserem Brunnen liegen oder an der Übernahmestelle des Wassers von Haidershofen-Behamberg her. Wir könnten aber auch eine undichte Stelle im  Leitungsnetz haben, durch die es zur Verunreinigung des Wassers kommt. Das versuchen wir nun im Wege des Ausschlussverfahrens festzustellen", erklärt Heuras.

Vorerst werden die Kürnberger Haushalte nur noch mit Wasser aus der Quelle vor Ort beliefert, weil dieses ja mittels UV-Bestrahlung keimfrei gemacht wird. Die UV-Anlage hat nachweislich keine Fehlfunktion. "Zum Glück hat es  viel geregnet und daher haben wir  ausreichend Wasser zur Verfügung. Wir sind auch permanent im Gespräch mit Behamberg und Haidershofen, um abzuklären, ob es bei den Übergabestellen Probleme gibt", berichtet Heuras.

Neue Wasserproben wurden natürlich auch schon genommen und werden bei der AGES geprüft, was aber immer ein paar Tage dauert. Spätestens Anfang nächster Woche dürften die Ergebnisse vorliegen. "Wir tun natürlich alles, um so rasch wie möglich wieder einwandfreies Trinkwasser an die Haushalte liefern zu können", versichert der Bürgermeister.

Bürgern durch die Gemeinde Mineralwasser zur Verfügung zu stellen, hält Heuras derzeit nicht für nötig. "Wir hatten insgesamt auch nur eine Handvoll Anfragen bezüglich der Wasserversorgung. Wenn aber jemand dringend Hilfe benötigt, kann er sich natürlich an die Gemeinde wenden", sagt der Ortschef.