St. Peter in Geschichten

Erstellt am 05. Mai 2014 | 11:25
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Foto: NOEN
Gemeindearchiv / Seit 2009 engagiert sich Daniel Brandstetter ehrenamtlich als Archivar.
Im Schloss hat er ein Gemeindearchiv eingerichtet.
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ST. PETER /  In diesen Tagen flattert wieder das Gemeinde-Infoblatt in jedes Haus. Auch die mittlerweile lieb gewordene Innenbeilage „St. Peterer Geschichten“ ist bereits zum 40. Mal dabei. Seit 1. Jänner 2010 erscheint regelmäßig ein Beitrag zur Geschichte der Großgemeinde, aktuell ist zum 100. Jubiläum des Jugendstil-Hochaltars der Pfarrkirche zu lesen.

Federführend an der Aufarbeitung beteiligt ist Daniel Brandstetter. Er gehört nicht nur der Arbeitsgruppe rund um die „St. Peterer Geschichten“ an, der Mathematik- und Geografielehrer an der HTL Waidhofen ist seit 2009 Gemeindearchivar. Diese ehrenamtliche Aufgabe kam damals ganz zufällig auf ihn zu. „Als mein Großvater starb, waren viele Leute beim Begräbnis, die ich nicht gekannt habe. Das hat mich neugierig gemacht, weshalb ich ein wenig Ahnenforschung betrieben habe. Da er beim Kirchenchor sehr aktiv war, hab ich mir auch die Geschichte des Chors angeschaut und 2009 eine Chronik verfasst. Dem damaligen Bürgermeister Gerhard Wieser wollte ich ein Exemplar für das Gemeindearchiv vermachen.

Auch in kommenden Jahren wird Erzählstoff nicht ausgehen

Der meinte nur. ,Welches Archiv? Wir brauchen aber eh eins, du kannst das gleich machen.‘ Und so war ich auf einmal Archivar“, erzählt Daniel Brandstetter. Dieser Aufgabe nachzukommen, war anfangs jedoch gar nicht so leicht, denn bis zu diesem Tag hatte es nie ein richtiges Gemeindearchiv gegeben. „Ich hab eine Bestandsaufnahme gemacht und einmal gesucht, wo es überall Historisches über die Gemeinde geben konnte. Bei der Übersiedlung des Carl-Zeller-Museums vom Geburtshaus ins Schloss ist zum Beispiel einiges gefunden worden. Vieles hat auch der ehemalige Amtsleiter und Heimatsammler Heinrich Hornbachner aufgehoben. Seine private Sammlung ist von großem Wert und wurde von der Gemeinde nach seinem Tod für das Archiv angekauft“, führt Brandstetter aus.

In einem kleinen Kammerl im ehemaligen Gemeindeamt am Graf-Segur-Platz wurde das Sammelsurium an Archivalien zusammengetragen und von dort aus von Daniel Brandstetter sukzessive sortiert, beschriftet und inventarisiert. „Im Zuge dessen sind auch die ,St. Peterer Geschichten‘ entstanden“, erklärt der Gemeindearchivar. 2010 feierte St. Peter das 800-Jahr-Jubiläum, weshalb zunächst über die Herausgabe eines Buches diskutiert wurde, was aber nicht so großen Anklang fand. Der ehemalige Carl-Zeller-Museumsleiter, Oberschulrat Alois Schmutzer, hatte schließlich die Idee, die Geschichte als regelmäßige Beilage allen Bürgern der Großgemeinde frei Haus zukommen zu lassen. Auch in den kommenden Jahren wird der Erzählstoff nicht ausgehen, die nächsten Ausgaben sind bereits in Planung.

Auch einige historische Kostbarkeiten archiviert

Als das Büro der Kleinregion Herz Mostviertel vor zwei Jahren aus dem Schloss ausgezogen ist, hat Daniel Brandstetter den Raum für das Archiv adaptiert. Im Bürgermeisterzimmer am Gemeindeamt hat das Archiv außerdem ein eigenes „Ladl“. „Immer wieder werden hier historische Dinge von den Bürgern deponiert. Die Leute wissen jetzt, dass es ein Archiv gibt und das historische Bewusstsein wächst“, freut sich der Archivar über die positive Entwicklung. Daniel Brandstetter hat im neuen Archiv im Schloss einige historische Kostbarkeiten archiviert, wie dieses Protokollbuch aus dem Jahr 1662, dessen Einband aus einem noch älteren Notenblatt besteht. Sabine Hummer

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