Erstellt am 29. Juni 2015, 08:59

von Hermann Knapp

Stadt kämpft um mehr Schulsprengel. Gemeinderat will Diskussion über die Klassenzahlen in Hausmening ein für alle Mal Riegel vorschieben.

Hoffen auf einen eigenen Schulsprengel für die Neue Mittelschule in Hausmening: Schulgemeinde-Obfrau Elisabeth Asanger (l.), Ortsvorsteher Egon Brandl und Direktorin Angelika Riegler. Foto: Hudler  |  NOEN, Heribert Hudler
So sicher wie das Amen im Gebet, kommt im Ortsteil Ulmerfeld-Hausmening vor dem Sommer die Diskussion über die Klassenzahlen in der Volks- oder Neuen Mittelschule.



In einer Klasse dürfen ja nur 25 Schüler unterrichtet werden, es gab aber für die Neue Mittelschule 28 Anmeldungen. Da ganz Amstetten ein einziger Schulsprengel ist, können nicht einfach zwei Klassen gemacht werden, sondern die überzähligen Kinder müssten nach Amstetten in die Zentralschule pendeln.

„Natürlich war da auch bei den Eltern die Aufregung groß“, berichtet Elisabeth Asanger, die als Obfrau der Schulgemeinde mit dem Problem zu kämpfen hatte. Inzwischen hat sich die Sache zum Glück in Wohlgefallen aufgelöst, weil das Land eine Ausnahmegenehmigung erteilt hat, 26 Schüler in einer Klasse zu führen und es weniger Repetenten gibt, als ursprünglich befürchtet.

Die Stadt will aber nun eine Regelung haben, die das Problem ein für alle Mal löst. Die SPÖ brachte daher im Gemeinderat per Dringlichkeitsantrag eine Resolution ein, in der das Land aufgefordert wird, für die Neuen Mittelschulen in Ulmerfeld-Hausmening (samt Neufurth) und Mauer (samt Greinsfurth und Teilen der Gemeinde Oed-Öhling) eigene Schulsprengel einzurichten.

Ebenso wird für die Volksschule Hausmening (für Hausmening, Ulmerfeld-Neufurth) ein eigener Schulsprengel gefordert.

Aus Freundeskreis herausgerissen

„Wir werben darum, dass sich junge Familien bei uns ansiedeln und wenn die Kinder dann schulpflichtig werden, müssen sie auspendeln, werden aus ihrem Freundeskreis herausgerissen und verlieren auch die Möglichkeit, in heimischen Vereinen aktiv zu sein. Das versteht niemand“, unterstreicht Ortsvorsteher Egon Brandl die Dringlichkeit der Resolution. Ob das Land zustimmen wird, ist fraglich. Vorstöße der Stadt gab es in den letzten Jahren schon öfter, allerdings ist sie mit ihrem Anliegen bisher stets abgeblitzt.

Ein kleines politisches Scharmützel gab es im Gemeinderat um die Resolution auch. Die SPÖ hatte in ihrem Entwurf einen gemeinsamen Schulsprengel für die Neue Mittelschulen Hausmening und Mauer gefordert. Die ÖVP urgierte einen gesonderten Sprengel für Mauer in den Text hinein. „Dass das nicht von vornherein so war, beweist, dass die SPÖ die Neue Mittelschule in Mauer am liebsten zusperren würde. Wir wollen aber alle Standorte erhalten“, betont VP-Vizebürgermeister Dieter Funke.

Mauers Ortsvorsteher Anton Ebner (SP) sieht das anders. „Bei einem gemeinsamen Sprengel wäre ein Austausch von Schülern zwischen den beiden Schulen möglich gewesen, sollte einmal die Schülerzahl knapp werden. Das ist jetzt nicht mehr so leicht möglich“, sagt der SP-Politiker.

Eine hundertprozentige Garantie für den Fortbestand der Schule in Mauer werde, so Ebner, auch ein eigener Sprengel nicht sein – sofern das Land der Forderung der Stadt überhaupt zustimme. Über kurz oder lang wird der Gemeinderat ohnehin die Frage beantworten müssen, was ihm die Neue Mittelschule in Mauer wert ist, denn das Gebäude hat großen Sanierungsbedarf. Die Kosten dürften in die Millionen gehen.