Stadtregierung präsentierte Konzept für Amstettner Zentrum

Aktualisiert am 03. Mai 2022 | 13:38
Lesezeit: 6 Min
"Wir wollen einen Hauptplatz auf dem alle Platz finden und sich wohl fühlen - von den Kindern über die Jugendlichen bis hin zu den Erwachsenen, den Familien und auch den Hunden", sagte Bürgermeister Christian Haberhauer bei der Präsentation des Konzepts für die Umgestaltung des Amstettner Zentrums am Freitagvormittag.
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Die Stadt plant sozusagen die Quadratur des Kreises: Es soll ein Bereich entstehen in dem sich die Bevölkerung wohlfühlt und gerne auch länger aufhält, der zugleich aber auch Raum für Märkte und große Festivitäten lässt und mit dem man Gastronomie und Handel stärkt. 

Politischer Mastermind der Zentrumsgestaltung ist Vizebürgermeister Markus Brandstetter. Er freut sich, dass zwei Jahre intensive Vorarbeit nun in ein zukunftsträchtiges Projekt für die nächsten 40 Jahre münden.

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Ein Blick in die neu gestaltete Rathausstraße
Foto: 3:0 Architekt

"2.500 Menschen haben sich bei der Diskussion eingebracht - ob bei der digitalen Umfrage, bei den Stadtsafaris oder diversen Workshops. Wir haben natürlich auch mit Geschäftsleuten und Hausbesitzern gesprochen und wir haben alle Anregungen und Ideen, die wir bekommen haben, in das Konzept einfließen lassen", sagt der ÖVP-Politiker. Die Essenz des Planungsprozesses lautet: "Wir wollen Amstetten grüner und klimafitter machen!"

Größte "Schwammstadt" Niederösterreichs

Was das genau heißt, erläutert Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder. "Um die Aufenthaltsqualität am Hauptplatz zu erhöhen, wollen wir vor allem große schattenspendende Bäume pflanzen, die dafür sorgen, dass das Mikroklima besser funktioniert und die den Bereich kühlen, sodass man sich hier gerne trifft und verweilt", sagt der Grünpolitiker -  und lässt dann die sprichwörtliche Katze aus dem Sack; "Derzeit haben wir am Hauptplatz etwa 30 Bäume, künftig werden es 100 sein."

Damit es möglich wird so viele Bäume zu pflanzen soll sich das Amstettner Zentrum in Niederösterreichs größte "Schwammstadt" verwandeln. "Das heißt, dass wir den Untergrund so aufbereiten werden, dass er das Wasser bestmöglich speichert und die Bäume auch längere Trockenperioden, wie sie der Klimawandel künftig mit sich bringen wird, gut überstehen."

Kniffelig wir die Pflanzung so vieler Bäume vor allem auch deswegen, weil dabei auf die zahlreichen Einbauten am Hauptplatz Rücksicht genommen werden muss. Die Wurzeln dürfen keine Gas- oder Stromleitungen gefährden. "Wir wollen am Hautplatz keine Revolution sondern eine Evolution", betont Markus Brandstetter. Vorhandenes Material - wie etwa das alte Pflaster - soll aufbereitet und im Untergrund Verwendung finden. Gepflastert wird natürlich neu.

Hochstämmige Bäume

Die Bäume werden hochstämmig sein, also etwa erst in etwa zehn bis zwölf Metern Höhe Äste ausbilden und ihre Krone entfalten, wodurch sie auch bei Veranstaltungen kein Hindernis bilden. "Etwa 2.500 Personen sollen auch nach der Umgestaltung und Begrünung bei Events am Hauptplatz zusammenkommen können", sagt Haberhauer. 

Klagemauer muss weg - Wasserelement kommt 

Gezählt sind die Tage der Betonwand im oberen Bereich des Hauptplatzes vom Volksmund auch liebevoll "Klagemauer" genannt. Sie wird neuen  Sitzgelegenheiten Platz machen müssen. Weg muss auch der alte Brunnen, der aber einen anderen Standort im Stadtgebiet finden soll. Etwa auf Höhe der Einmündung der Rathausstraße ist ein ebenerdiges Wasserelement geplant, wo Kinder, aber auch verspielte Erwachsene, durchlaufen und sich abkühlen können. 

Der Bereich zwischen dem neuen Wasserelement (über dem bei Bedarf auch eine Bühne errichtet werden kann) bis hinunter zur Einmündung des Fischlmayrgassls wird die Fest-Zone sein. Dort will man gleich etwa zehn Meter hohe Bäume hinstellen, damit sie bei Veranstaltungen kein Hindernis darstellen.

"Solch große Bäume zu pflanzen ist zwar schwierig, aber machbar", sagt Oliver Gachowetz von der 3:0 Landschaftsarchitektur aus Wien, die beim Architekten-Wettbewerb den Zuschlag für die Neugestaltung des Zentrums bekommen hat. 

17 statt 27 Parkplätzen, dafür kürzere Parkzeit

Das für die neuen Bäume am Hauptplatz im Bereich Sparkasse/Stadtwerke natürlich Parkplätze weichen müssen, liegt auf der Hand. Statt 27 wird es künftig nur noch 17 geben. Das will man aber dadurch ausgleichen, dass die Parkdauer auf 30 Minuten verkürzt wird. "Auswertungen in diesem Bereich haben nämlich ergeben, dass die meisten Autolenker ohnehin nur ein Zehn-Minuten-Ticket lösen. Das heißt, dass sie nur kurz einen Einkauf tätigen und dann wieder weiterfahren", sagt Brandstetter. Für alle die länger im Zentrum verweilen wollen, stünden in der alten Zeile, im Graben und in der Rathaustiefgarage ausreichen Abstellflächen zur Verfügung.

Verkehrstechnisch soll sich der Hauptplatz in eine Begegnungszone verwandeln. "Wir sehen ihn künftig als Raum von Fassade zu Fassade in dem Fußgänger, Radler und Autofahrer gleichberechtigt sind", erklärt Bürgermeister Haberhauer. Und Gachowetz kündigt an, dass geplant ist, die Autos mithilfe von Gestaltungselementen zu verlangsamen. 

Verkehr im Zentrum reduzieren

Längerfristiges Ziel ist es natürlich, den Verkehr im Zentrum überhaupt zu reduzieren. "Das ist ein Prozess an dem wir arbeiten, der aber natürlich Zeit braucht. Dazu zählt die Neuausrichtung des CityBusses ebenso, wie die Aufwertung des Radfahrens, die Förderung alternativer Mobilitätsformen und natürlich die Installierung eines digitalen Verkehrs-Leitsystems, mit dem wir künftig unnötige Autofahren im Stadtgebiet verhindern wollen", sagt Brandstetter.

Von den sechs Millionen Euro, die für die Zentrumsneugestaltung veranschlagt sind, werden rund zwei Millionen in die Installierung dieses neuen Leitsystems fließen. Natürlich wird Amstetten das Großprojekt im Rahmen der Stadterneuerung auch zur Förderung einreichen. "Und wir erhoffen uns da schon Unterstützung von Land und Bund", sagt Haberhauer.

Neues Outfit auch für die Rathausstraße

Umgestaltet wird  auch die Rathausstraße. Dort wird es künftig ebenfalls viel mehr Grün geben, Verweilplätze für die Bürger und Bürgerinnen und den einen oder anderen kleinen Schanigarten vor den Geschäften.

Noch arbeitet 3:0 Architektur an den Detailplänen, der Spatenstich für die Neugestaltung des Zentrums ist aber im Herbst fixiert, Baubeginn ist dann im Jänner 2023 und 2024 soll das Projekt abgeschlossen werden.

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