Barbara Maria Neu lieferte starke Performance

Die künstlerische Darbietung von Barbara Maria Neu beleuchtete das bäuerliche Leben unter Einbindung von Musik und ausdrucksstarken Körperbildern.

Leopold Kogler Erstellt am 26. August 2020 | 04:13
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„Nach all dem Hoffen und Warten war es ein unbeschreibliches Glück, nun doch die in eineinhalbjähriger Vorbereitung geschaffenen ,Stalltänze‘ aufzuführen“, ließ die überglückliche Musikerin und Performerin Barbara Maria Neu am Ende ihres Auftritts in Stift Ardagger ihr begeistertes Publikum wissen.

Es war eine Performance in zehn ausdrucksstarken und mutigen Bildern, die sie im ausverkauften Ita-Stadel darbot. Das Werk „Stalltänze“, präsentiert auf künstlerische Art und Weise, aber dennoch im Sinne des Realismus und der unverfälschten Darstellung den bäuerlichen Alltag. In den zehn performativen Szenen beschäftigt es sich mit Themen wie der Rolle der Frau am Land, Vorurteilen gegenüber dem Bauernstand und auch dem Bauernsterben. Konkret gemacht wird das mittels Einblicken ins Leben der fiktiven Figur Tatian Romanova – einer selbstständigen, alleine lebenden, traditionellen Mostviertler Landwirtin.

Feines Klangkino mit hoher Virtuosität

Tatsächlich sind die „Stalltänze“ ein feines Klangkino, mit hohem Virtuositätsfaktor, was sich in den zehn Bildern, wie „im Wald, in der Käserei, bei den Ziegen, auf dem Feld, mit dem Pferd oder im Stadl“ manifestiert. Es ist ein buntes Wechselspiel aus Tönen, Klängen, einfühlsamen Bewegungen und tänzerischen Elementen. Zum speziellen Ereignis wird das letzte Bild der großartigen Performance, tituliert als „in der Werkstatt“. Aus einem Kanister wird Öl auf die Siloplane, geschüttet, die den Bühnenboden abdeckt, und dieses dann zuerst mit den Füßen und schließlich dem Körper auseinandergewalzt. Kurze Stille und dann viel Begeisterung.

Voll des Lobs über die Aufführung war auch Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer, die Neu als „begnadete Klarinettistin“ bezeichnete, die sich den Bezug zu ihren bäuerlichen Wurzeln bewahrt habe.

Mit einer fröhlichen musikalischen Umrahmung durch die Musikkapelle Stephanshart endete ein ganz außergewöhnlicher Abend.