Im Bezirk Amstetten beginnt die neue Radsaison. Handel erfährt ein Maximum an Nachfrage. Lieferanten stoßen an Grenzen. Lieferverzögerungen sind keine Seltenheit.

Von Katharina Kreisa. Erstellt am 07. April 2021 (05:45)
Julian Gruber präsentiert die Kinderräder von der Reifen Weichberger GmbH.
Katharina Kreisa, Katharina Kreisa

Durch die Corona-Pandemie wird vermehrt auf Gesundheit und Fitness geachtet. Der Radkauf boomt deshalb enorm. „Die Nachfrage ist so hoch, dass wir im Sommer trotz maximal möglicher Nachbestellungen bei den E-Bikes ausverkauft sein werden. Die Lieferanten stoßen an ihre Produktionskapazitäten. Wir haben aber gegenüber dem Vorjahr den Einkauf der E-Bikes fast verdoppelt“, sagt Roman Winninger, Geschäftsführer von Intersport Winninger. Auch der Osterhase hat Einkäufe getätigt, um die Kinder mit Rädern zu beschenken.

Sowohl bei den E-Bikes als auch bei den analogen Bikes verkaufen sich die Cross-Bikes am besten. Diese sind für die Straße und nicht asphaltierten Wege bestens geeignet.

„Wir haben den Einkauf der E-Bikes im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.“ Roman Winninger, Geschäftsführer Intersport Winninger

Vorbestellungen werden in der Winninger Gesellschaft angenommen und bearbeitet, sofern diese geliefert werden. „Wir warten noch immer auf Bikes, die wir vor einem Jahr in Auftrag gegeben haben. Die Bestellungen für das nächste Jahr haben wir bereits im vorigen Monat abgegeben“, betont er.

Die Radsaison dauert im Wesentlichen von März bis Ende Oktober. Winterfeste Radler fahren aber das ganze Jahr über. Für kalte Temperaturen gibt es sehr gute Radbekleidung.

Ein regelmäßiger Fahrradcheck ist besonders nach der Winterpause empfehlenswert und bei den E-Bikes die Durchführung eines regelmäßigen Updates. Der Antrieb sollte vor Saisonstart mit Wasser und umweltfreundlichen Putzmitteln gewaschen werden, da ansonsten viel Muskelkraft verloren geht. Die Kette sollte geschmiert werden. Um bei der Radtour nichts zu verlieren, ist das Anziehen der Schrauben bei Lenker, Kurbel und Pedale empfehlenswert. Aus dem Winterschlaf erwacht das Rad endgültig, wenn der Reifendruck kontrolliert wird. „Wer bei uns ein Fahrrad kauft und einen Garantie- und Leistungspass erwirbt, der bekommt ein gratis Service“, betont Winninger.

„Auch bei uns boomt das Radgeschäft. Wir hatten teilweise Wartezeiten von bis zu 500 Tagen für die Räder und Ersatzteile“, sagt Julian Gruber, Verkäufer und Service-Angestellter bei Reifen Weichberger mit Standort in Mauer bei Amstetten. Der Hauptzulieferer KTM hat die bestellte Ware rechtzeitig geliefert. Der Großteil der Fahrräder ist bereits verkauft worden. Auch die Marke Merida hat alle Produkte gesendet, jedoch mit Verzögerungen. Vorbestellungen werden reichlich entgegengenommen. KTM beispielsweise benötigt je nach Modell verschieden lang.

Die Kategorie E-Bike wird bei Reifen Weichberger am häufigsten verkauft. Der Anteil beträgt 80 bis 85 Prozent des Umsatzes. Kunden sind größtenteils Personen über 50 Jahre, aber auch 30- bis 40-Jährige. „Unter dem Motto first come, first serve ist es am besten, sich so schnell wie möglich sein Rad zu besorgen“, meint Gruber. Aktuell befindet sich nicht mehr viel Ware auf Lager, doch es treffen regelmäßig Lieferungen ein. „Im letzten Jahr war die Nachfrage von April bis Mai relativ hoch. Diese verlagerte sich besonders auf die Monate von Dezember bis März vor. Die Medien und Produzenten pushen den Fahrrad-Boom“, fährt er fort.

Defizite seien durch die Corona-Pandemie bei dem Radverkauf keine entstanden. „Aufgrund der Autoreifen haben wir in den Lockdowns durchgehend geöffnet. Fahrräder dürfen wir nur für das Service entgegennehmen. Die Übergabe muss allerdings im Freien stattfinden. Ersatzteile und Räder dürfen nicht vertrieben werden“, sagt Gruber.

Aktuell sei gemeinsames Radfahren erlaubt. Die Vorschriften ändern sich aber beinahe stündlich. Dominik Schickmair ist seit 2014 Mitglied des Radclubs der Stadt Haag. Sein Wunsch war es, mit gleichgesinnten Radliebhabern unterwegs zu sein. Durch das Coronavirus ist das Vereinsleben eingeschränkt. Verschiedenste Aktivitäten mussten verschoben werden. Trotzdem hat der Verein Zulauf. „Wir freuen uns sehr über zehn neue Mitglieder“, betont Schickmair stolz. Der Herbstwandertag 2019 sei die letzte Zusammenkunft des Vereins gewesen.

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