Minihofladen als Drehscheibe für den Ort. Das preisgekrönte Projekt der Landjugend Stephanshart geht nun in die nächste Etappe. Seit Dienstag wird der Laden für Direktvermarkter von einem Verein geführt.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 01. April 2017 (06:03)
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Der Minihofladen wird seit Dienstag als Verein betrieben. Alle Stephansharter Produzenten können hier ihre Waren zum Verkauf anbieten. Im Bild, v.l. Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Bürgermeister Johannes Pressl, Obmann-Stellvertreterin Ilse Neu und Obmann Ludwig Auer sowie die jüngsten „Unternehmerinnen“ Alexandra Harm und Annika Kirchhofer, die „Emojs“-Lesezeichen gebastelt haben. Fotos: Sabine Hummer
Sabine Hummer

„Vor einem Jahr hätte niemand geglaubt, dass an dieser Stelle etwas derart Tolles entstehen wird“, erzählt Bürgermeister Johannes Pressl stolz. Die Rede ist vom „Minihofladen“, der im September 2016 im Rahmen des Projektmarathons von der Stephansharter Landjugend initiiert wurde und kürzlich dafür sogar mit dem Landessieg belohnt wurde.

Zuvor war das ehemalige Banklokal bis auf den Bankomaten monatelang leer gestanden. Nachdem die Bank die Filiale mit 31.12.2015 stillgelegt hatte, wurden die Räumlichkeiten von der Gemeinde angemietet. „Schon damals hatten wir die Idee von einem Dorfladen. Zu der Zeit konnten es sich die Direktvermarkter aber nicht vorstellen, wie so ein Laden organisiert werden kann“, erzählt Pressl.

Durch Jugendprojekt kehrte neues Leben ein

Jetzt hat sich die Einstellung der Landwirte aber um 180 Grad gedreht. Durch das Jugendprojekt ist neues Leben eingekehrt. Überall sind liebevoll Holzkisten arrangiert, in denen die Stephansharter ihre Produkte zum Verkauf anbieten.

Verkaufen kann, wer will und in Stephanshart wohnt. So findet man neben Produkten direkt vom Hof, Selbstgebackenes oder Gebasteltes. Nur bei den Nudeln wird eine Ausnahme gemacht, da sie im Ort nicht hergestellt werden. Am Infopoint können Informationen oder Anzeigen ausgehängt werden, der Minihofladen ist in kürzester Zeit Drehscheibe und Treffpunkt geworden.

Ein halbes Jahr wurde der Laden von der Landjugend betrieben, seit Dienstag kümmert sich ein neu gegründeter Verein um alle Belange. „Mitglied können alle Produzenten werden, aber auch jeder Konsument ist natürlich herzlich willkommen“, sagt der frisch gebackene Obmann Ludwig Auer. Die Einnahmen werden hauptsächlich für Miete und Betriebskosten verwendet. Ziel ist es, zirka 50 Prozent der Kosten zu übernehmen, Mieter bleibt die Gemeinde.

„Ehrliches Geld für ehrliche Produkte“

„Rund 40 Produzenten decken das Angebot rund ums Jahr ab“, berichtet Auer. Mittlerweile läuft der Laden so gut, dass einige Produzenten schon ohne Produkt ankommen. „Honig und Senfgurken sind schon ausverkauft“, sagt Auer, dessen Fleischknödel ebenfalls ein Renner im Laden sind.

Begeistert vom Minihofladen ist auch Obmannstellvertreterin Ilse Neu. Seit 25 Jahren verkauft die Bäuerin aus Leidenschaft ihren Ziegenkäse ab Hof, der Minihofladen zählt mittlerweile zu ihren Hauptabnehmern. „Die Kunden schätzen das regionale Angebot, das mit nichts vergleichbar ist, denn viele Produkte gibt es nur hier. Unsere Kunden schätzen sehr, dass sie wissen, wo die Waren, die sie erwerben, herkommen. Und die Wertschöpfung bleibt auch im Ort.“