Erstellt am 13. Juli 2015, 08:55

von Hermann Knapp

Facebook-Posting: Kanzler fragte nach. Am Krautberg gerieten Afghanen und Einheimische aneinander. Polizei weist im Internet erhobenen Vorwurf der Untätigkeit zurück.

Inspektionskommandant Chefinspektor Oliver Zechmeister weist den Vorwurf, die Polizei sei untätig, mit Entschiedenheit zurück.  |  NOEN, Archiv

Ein Vorfall, der sich am 4. Juli am Krautberg abgespielt hat, sorgt für Aufregung in diversen Internetforen und rief sogar das Bundeskanzleramt auf den Plan. Offenbar sind Afghanen und Einheimische (beziehungsweise ehemalige Zuzügler, die schon lange in Österreich leben) aneinander geraten. Angeblich ist ein Mädchen bedroht oder geschlagen worden. Danach kam es zum Streit zwischen Männern. Auch Messer sollen im Spiel gewesen sein.

Auf Facebook heftig und kontrovers diskutiert

Auf Facebook-Seiten (auch bei „Muss das sein, liebes Amstetten?“) tauchten in der Vorwoche Berichte über den Vorfall auf und wurden heftig und kontrovers diskutiert. Unter anderem wurde dabei auch Kritik an der Polizei geübt. „Unsere Justiz und Polizei ist nur für die Ausländer da, aber nicht für das eigene Volk“, heißt es in einem der Einträge etwa.

Einer der am Geschehen offenbar unmittelbar Beteiligten postete sogar auf der Facebook-Seite von Bundeskanzler Werner Faymann: „Ich möchte mich herzlich bedanken, dass aufgrund Ihrer Asylpolitik mein zehnjähriger Sohn nun Todesangst hat“, heißt es da. Dieser habe nämlich mit ansehen müssen, wie drei Asylanten, die gegenüber eingezogen seien, seinen Vater mit dem Messer bedroht hätten. „Und auch meine Frau lebe in Angst.“

„Beamten werden alle notwendigen Erhebungen durchführen"

Auf diesen Eintrag hin fragte das Bundeskanzleramt natürlich bei der Amstettner Polizei nach, was es denn mit diesem Fall auf sich habe.

Inspektionskommandant Chefinspektor Oliver Zechmeister weist jeden Vorwurf, die Exekutive sei untätig, weit von sich. Bei dem Vorfall am Krautberg sei natürlich interveniert worden. „Allerdings stellt sich die Sache nicht so eindeutig dar, wie es in manchen Facebook-Postings vermittelt wird. Die Ermittlungen laufen noch. Die Beamten werden alle notwendigen Erhebungen durchführen und dann wird es einen Bericht an die Staatsanwaltschaft geben. Wir gehen in diesem Fall vor, wie in jedem anderen auch“, betont Zechmeister.