Tornado bei Amstetten. NATURSPEKTAKEL / In der gewaltigen Gewitterfront, die am Freitag über das Mostviertel hereinbrach, wird ein Tornado vermutet.

Erstellt am 12. Juni 2012 (00:00)
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VON D. SCHLEMMER UND H. KNAPP

BEZIRK AMSTETTEN / Das Unwetter am Freitagabend hat auch im Bezirk Verwüstungen angerichtet. Vor allem die Landwirtschaft klagt über massive Schäden. „Die Maispflanzen sind geknickt, ob sie sich nochmals erholen, ist fraglich“, sagt die Obfrau der Bezirksbauernkammer, Maria Lechner. Beim Getreide rechnet sie mit Einbußen bis zur Hälfte des normalen Ertrages.

Eine Schadenssumme ist derzeit noch nicht abschätzbar - wie weit Versicherungen dafür aufkommen werden auch noch nicht. „Das Unwetter hat eine zirka einen Kilometer breite Schneise der Vernichtung durch den Bezirk gezogen: Wallsee, Stephanshart und Viehdorf sind besonders betroffen. In Viehdorf hat der Hagel sogar ein Kirchenfenster durchschlagen.

Ein besonders gefährliches Wetterphänomen, das man bei uns bisher nur aus Film und Fernsehen kannte, wurde darüber hinaus höchst wahrscheinlich zwischen Amstetten und Zeillern gesichtet. Inmitten der heraufziehenden, gewaltigen Gewitterfront kam ein Gebilde zum Vorschein, das sehr stark an einen Tornado erinnerte. Dafür gibt es auch zahlreiche Augenzeugen.

Der Verein Skywarn Austria für mobile Unwetterwarnungen und Wetterbeobachtung dazu: „Es handelt sich hierbei zwar um einen Tornado-Verdacht, jedoch um einen mit hoher Wahrscheinlichkeit. Die gesamte Gewitterzelle hat auf jeden Fall rotiert, das sah man eindeutig am Radar der Austro Control. Eine Schadensanalyse hat jedoch bislang keine Verwüstungen nachweisen können, die ganz klar auf einen Tornado zurückzuführen wären. Die größeren Schäden sind durch die geradlinigen Winde aus der Vorderkante dieser Wetterfront verursacht worden“, sagt Dominik Soukup von Skywarn Austria.