Abschied von Pater Steininger. Der Seitenstettner Benediktinerpater ist völlig unerwartet 80-jährig verstorben.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 21. Juni 2020 (04:12)
Pater LeopoldSteininger kehrte von einem Spaziergang nicht zurück.
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Geboren wurde Franz Steininger 1940 in Wegscheid nahe Passau. Aufgewachsen ist er im Hausruckviertel, in Rüstorf bei Schwanenstadt. Nach der Matura im erzbischöflichen Gymnasium Borromäum in Salzburg erhielt er 1958 bei der Einkleidung im Stift Seiten stetten den Ordensnamen Leopold.

Pater Leopold Steininger als Seelsorger in der Kapelle des Landesklinikums, die ihm besonders ans Herz gewachsen war.
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Sein Theologiestudium absolvierte er in Rom und Salzburg, 1963 wurde er in Lilienfeld zum Diakon geweiht, 1964 empfing er in Seitenstetten die Priesterweihe. Nach einjähriger Tätigkeit als Präfekt und Kaplansjahren in Öhling, Ybbsitz, Aschbach und in der Stiftspfarre Seitenstetten wurde Pater Leopold 1981 zum Pfarrer von St. Georgen/Klaus ernannt, von 1982-1986 war er Pfarrer in Biberbach und danach bis 2005 in Öhling, wo er auch als Seelsorger an der Landesnervenklinik Mauer-Öhling wirkte.

„Er war stets bemüht, guten Kontakt zu Schule, Jugend und Pfarrmitgliedern zu pflegen, sogar noch über seine Pensionierung hinaus. An der Kirchenmusik war ihm sehr gelegen, als Feuerwehrkurat arbeitete er nicht nur bei Festen stets eifrig mit“, erinnern sich die ehemalige Schuldirektorin Aloisia Braun und Silvia Mürkl an ihren Katecheten.

Engagement von Laien zugelassen

„In der Pfarre hat Pater Leopold das Engagement von Laien zugelassen, Pfarrausflüge und Ministrantenwochen waren ihm sehr wichtig. Während seiner Amtszeit wurde die Kirche renoviert. Im Krankenhaus Mauer hat er viele Besuchsdienste gemacht und Messen gehalten“, erzählt der jetzige Pfarrer und gebürtige Öhlinger, Pater Michael Prinz.

Auf eigenen Wunsch kehrte der Geistliche Rat 2005 für den Ruhestand in das Stift zurück, wo er sich gut integrieren und seinem Hobby, dem Malen, widmen konnte. Oft half er in den Stiftspfarren Wolfsbach und St. Johann/Engstetten aus und auch in der Kapelle des Landesklinikums Mauer-Öhling.

Am 6. Juni kehrte Pater Leopold nachmittags von einem Spaziergang im Konventgarten nicht zurück, wo ihn seine Mitbrüder nach dem Chorgebet tot auffanden. Abt Petrus Pilsinger würdigte den Verstorbenen am 15. Juni im Rahmen des Trauergottesdienstes: „Die Menschen haben ihn in seiner bescheidenen Liebenswürdigkeit gern gehabt.“

Nach dem Requiem in der Stiftskirche wurde Pater Leopold Steininger im Klosterfriedhof beigesetzt.