Ansturm auf Fahrradhandel: Das Radfahren boomt. Der Fahrradhandel erlebt einen regelrechten Ansturm und das nicht erst seit Corona. Wer jetzt ein Bike erwerben will, der muss mit längerer Lieferzeit rechnen.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 13. März 2021 (04:24)

Der Ansturm auf den Fahrradhandel und die Werkstätten hat längst begonnen, was aber gerade im heurigen Jahr zur wahren Geduldsprobe werden kann – für die Betriebe und Kunden gleichermaßen. Schon 2019, also noch vor Corona, stieg der Umsatz der Fahrradbranche laut Verband der Sportartikelerzeuger um etwa 20 Prozent. Der Marktanteil an E-Bikes betrug fast 40 Prozent des gesamten Fahrradumsatzes.

Die E-Bikes von Franz Schachner in Seitenstetten sind gefragt. Er hat als Mechaniker schon 1977 einen Prototyp hergestellt und im Jahr 1989 an dem Elektrofahrzeugrennen „Austro-Solar“ von Linz nach Wien teilgenommen. Schachner kam als einziger Elektro-Biker ins Ziel, womit er einiges Aufsehen erregte und in weiterer Folge als Visionär und weltweit Erster im Jahr 1990 sein großes Ziel verwirklichte, nämlich Elektrofahrräder in Serie zu bauen; schon im Jahr der Firmengründung waren es 5.000.

Know-how ist auch in China gefragt

Heute ist Franz Schachner international bestens vernetzt und auf diversen Messen vertreten, sein Know-how ist seit 1993 nicht nur in China gefragt, wohin er als „Technischer Mittelsmann“ immer wieder reist. „Der Elektro-Zweirad-Bereich ist mein Metier, da gilt es stets die richtigen Entwicklungsschritte zu setzen, gerade auch die Batterien betreffend, wofür die Rohstoffe billig und sauber sein sollten“, erklärt der innovative „Tüftler“ und erfolgreiche Unternehmer, der am Firmenstandort in Seitenstetten eine breite Produktpalette an neuen Rädern vertreibt, andere mit Motoren nachrüstet oder auch Reparaturen und das Service durchführt.

„Die Antriebe werden ständig leichter und stärker, die Intensität der Bewegung wird selbst bestimmt und dem Körper angepasst“, sagt der Firmenchef. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Wien war er auch maßgeblich am Projekt „Kleinwind“ beteiligt. Österreichweit sind 150 seiner Windräder am Laufen.

Kunden der Radgeschäfte sind Profisportler, Alltagsfahrer, Senioren und Kinder; für alle gilt derzeit, dass sie relativ lange Lieferzeiten beim Ankauf von Neurädern einkalkulieren müssen. „Die Lieferungen sind jetzt leider nicht durchsortiert, es sind eher ‚Überraschungspakete‘ für uns, sodass wir nicht jedes Fahrrad in jeder Farbe und Größe jederzeit anbieten können“, klagt Radsport-Ginner-Inhaber Wolfgang Resch über begrenzt vorhandene Kapazitäten des Gesamtsortiments, zumal die Nachfrage ständig steigt. Höherpreisige Räder sind etwas leichter zu bekommen. „Ich rate dazu, jetzt schon für 2022 zu bestellen, damit man auch das wirklich passende Rad in der gewünschten Ausführung bekommt. Selbst Servicetermine sind übrigens nur eingeschränkt verfügbar.“

Eine Region für die Genussbiker

Die Kleinregion „Herz des Mostviertels“ bietet ein gutes Netz an Radrouten. „Unsere Hügellandschaft lässt sich bestens mit E-Bikes bezwingen. Mögen sich daher möglichst viele sowohl in der Freizeit wie auch im Alltag klimafreundlich, kostengünstig und gesundheitsfördernd fortbewegen“, wünscht sich der Obmann der Kleinregion, Bürgermeister Johannes Heuras. Ob unterwegs zu einem Aussichtspunkt oder auf gastronomischer Radtour (mit Lab- und Ladestelle), ob am Weg zur Arbeit oder Schule – selbst Arztbesuche und Einkäufe beim Nahversorger kann man gerade mit dem Elektrofahrrad bequem erledigen, unabhängig von Alter oder sportlicher Kondition. Manfred Tempelmayr aus Wolfsbach nutzt immer wieder den Radweg zum örtlichen Nahversorger und betont: „Ich habe Spaß an der Bewegung und als Pensionist so die Möglichkeit, möglichst lange mobil, fit und gesund zu bleiben!“