Erstellt am 24. August 2015, 09:58

von Hermann Knapp und Ingrid Vogl

Übereinkunft: Brückenneubau ist fix. Länder OÖ und NÖ sind sich darüber einig, dass bei Mauthausen eine neue Donaubrücke gebaut werden soll. Ort und Baubeginn stehen allerdings noch nicht fest.

In den grün und gelb markierten Bereichen oberhalb und unterhalb der derzeitigen Mauthausner Donaubrücke wird nach einem Standort für den geplanten neuen Übergang gesucht. Bis Ende des Jahres will man fündig werden. Foto: RaumUmwelt  |  NOEN, RaumUmwelt

Je 30 Millionen Euro werden die Länder NÖ und OÖ für den Neubau der Mauthausner Donaubrücke locker machen. Dies verkündeten die Landeshauptmänner Erwin Pröll und Josef Pühringer am Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz in Mauthausen.

NÖN.at hatte vergangene Woche berichtet:

„Wir wollen eine leistungsfähige und verkehrssichere Brücke errichten. Die Standortfrage soll bis Ende dieses Jahres geklärt sein“, betonte Pröll.

Für Pühringer war der Mittwoch ein „Freudentag für die verkehrsgeplagten Menschen beiderseits der Donau, denn sie mussten lange auf diese Einigung zwischen den Ländern warten.“ Bauträger der neuen Brücke wird das Land Oberösterreich sein.

Bausubstanz hat sich rapide verschlechtert

Der Neubau der Mauthausner Brücke ist notwendig, weil schon im Jahr 2013 eine Prüfung ergab, dass die Bausubstanz sich rapide verschlechtert und spätestens 2018 eine Totalsperre nötig wäre.

Die Brücke ist gemeinsam mit der B123 aber eine zentrale Verkehrsader des östlichen Mühlviertels und Verbindung für tausende Pendler aus OÖ zu ihren Arbeitsplätzen nach Niederösterreich. Umgekehrt pendeln tausende Niederösterreicher nach Mauthausen, Schwertberg und Perg aus.

Die 50 Jahre alte Donaubrücke stößt mit täglich bis zu 22.000 Autos (davon 3.300 Lastwägen) auch längst an ihre Kapazitätsgrenzen. Bis Jahresende soll der Standort für die neue Brücke fixiert werden, dazu werden Bereiche oberhalb und unterhalb der alten Brücke untersucht (siehe Grafik).

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll wies bei der Pressekonferenz auch auf die laufende Ausschreibung für die Umfahrung Pyburg-Windpassing im Bezirk Amstetten hin. Dieses Projekt hat in Niederösterreich derzeit noch Priorität. Erst kürzlich wurden vom Landes- und Bundesverwaltungsgericht ja Beschwerden gegen das Projekt abgewiesen.

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Schon im November sollen die Bauarbeiten starten und Ende 2017 abgeschlossen sein. Derzeit fahren täglich rund 14.000 Fahrzeuge durch Pyburg-Windpassing. Nach Fertigstellung der Umfahrung sollen es 85 Prozent weniger sein.

„Das Land NÖ steht voll hinter dem Projekt. Zum einen werden die Bürger vom Durchzugsverkehr entlastet, zum anderen ist die Umfahrung auch ein wichtiger Zubringer für die künftige Donaubrücke Mauthausen“, betonte Pröll.

„Populismus ohne sachliche Grundlage“

Dass die Neubaupläne der Mauthausner Brücke gerade jetzt präsentiert wurden, hat für Ennsdorfs Bürgermeister Alfred Buchberger vor allem wahltaktische Gründe.

„Das Thema hat man ja seit ewigen Zeiten am Tisch. Man hat gewusst, dass diese Brücke irgendwann an ihre Grenzen stößt. Das jetzt als Durchbruch und neues Thema zu verkaufen, ist eine parteipolitische, populistische Geschichte, die eigentlich keine sachliche Grundlage hat“, spart Buchberger nicht mit Kritik.