Schranken für Amstettens Parkdeck?. Immer wieder stellen Pendler ihr Auto unvorschriftsmäßig ab um noch den Zug zu erreichen. Die Bahn überlegt bereits System, um Dauerparker aus der Anlage zu verbannen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 01. November 2016 (05:59)
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Die Grünen verlangen ein Schrankensystem beim Parkhaus im Graben, um die Dauerparker daraus zu verbannen. Die ÖBB erprobt bereits entsprechende Systeme und will auch in Amstetten eines installieren.
NOEN, Knapp

„In letzter Zeit häufen sich die Beschwerden von Pendlern, die im Parkdeck am Graben vergeblich nach einem Parkplatz suchen“, berichtet Grün-Gemeinderat Dominic Hörlezeder. Letztendlich bleibe ihnen oft nur die Möglichkeit, ihren Wagen unvorschriftsmäßig abzustellen, um den Zug zur Arbeit nicht zu versäumen.

Grün-Duo fordert Schrankensystem

Manchmal sind die Auffahrten so verparkt, dass die oberen Decks nicht mehr zu erreichen sind. „Die Stadtpolizei kontrolliert zwar, aber gestraft werden dann die Falschen – nämlich die Pendler, die den Platz im Parkhaus dringend benötigen“, sagt Gemeinderätin Sarah Huber.

Die beiden Grünpolitiker fordern ein Schrankensystem, das eine Ausfahrt nur mit gültigem Bahnfahrschein ermöglichen soll. In anderen Städten gäbe es das schon und dadurch könnten die Dauerparker aus dem Deck verbannt werden. „Wobei man dann natürlich wieder überlegen muss, wo die Bediensteten der umliegenden Geschäfte künftig parken sollen“, sagt Hörlezeder.

„Schrankensystem ist noch nicht ausgereift“

Bürgermeisterin Ursula Puch

ebner ist sich der Problematik bewusst. Die Stadtchefin berichtet, dass bereits Gespräche mit den ÖBB geführt worden seien, bei denen man auf die Einführung eines Ausfahrsystems mit Fahrkarte gedrängt habe. „Das Problem dabei ist, dass es so viele verschiedene Arten von Fahrkarten gibt – Jahreskarten, Monatskarten, Tageskarten, Karten die über Internet bestellt werden und dann auch noch die Westbahnkarten. Die Schrankenautomaten müssen sie alle erkennen können und das ist derzeit noch die Schwierigkeit.“

Die ÖBB führe aber bereits Pilotversuche mit verschiedenen Systemen durch und plane auch noch weitere. „Wir haben urgiert, dass wir bei einem dieser nächsten Projekte unbedingt dabei sein wollen!“

Auch Verkehrsstadträtin Brigitte Kashofer glaubt, dass ob der vielen verschiedenen Fahrkarten ein Ausfahrtssystem schwierig ist. „Und theoretisch könnte sich jemand eine Jahreskarte bis Greinsfurth kaufen und dann legitim das ganze Jahr im Parkhaus stehen.“ Kashofer appelliert an die Bürger, die Plätze in den Parkhäusern für Pendler freizuhalten. „Eine Lösung des Problems wird wohl erst das europan-Projekt bringen. Da müssen ausreichend Parkplätze geschaffen werden.

Günther Sterlike von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH bestätigt, dass man in Krems und St. Pölten bereits Schranken teste. „Wir planen, auch in Amstetten ein derartiges System einzuführen.“ Für ihn ist aber klar, dass in Amstetten nicht allein die Dauerparker das Problem sind. „Denn im Gegensatz zu anderen Städten sind es laut unseren Erhebungen nicht so viele. Wir haben in Amstetten einfach auch einen sehr großen Pendlerzustrom. Die langfristigen Überlegungen laufen daher darauf hinaus, im Rahmen des europan-Projekts ein drittes Parkdeck zu schaffen.“