Erstellt am 21. Mai 2015, 16:02

von APA Red

Umdasch-Gruppe mit Gewinnsprung. Der Schalungstechnik- und Ladenbaukonzern Umdasch hat im vergangenen Jahr trotz Nachfrageschwankungen und folgender Kurzarbeit mit 1,1 Mrd. Euro (+0,4 Prozent) den zweitbesten Umsatz der Firmengeschichte eingefahren.

»And the Oscar goes to«: Umdasch- und Dokazentrale in Amstetten. Das Unternehmen erhielt die Auszeichnung für seine herausragende Leistungen in der Kategorie »Spektakuläres«. Foto: Doka  |  NOEN, Doka
Der Gewinn (Jahresüberschuss) legte 2014 um 72 Prozent auf 79 Mio. Euro zu. Der schwache Euro hat den Konzern mit einer Exportquote von rund 90 Prozent geholfen.

Stärkstes viertes Quartal der Doka-Geschichte

Im Doka-Werk in Amstetten schickte der Konzern im zweiten Halbjahr 2014 rund 1.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Hohe Rücklieferungsquoten von Doka-Betonschalungen in den Mietpark und eine generell verhaltene Nachfrage im ersten Halbjahr hätten die Kurzarbeit in der Produktion in Amstetten notwendig gemacht, sagte Umdasch-Chef Andreas Ludwig bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Ein Anziehen der Nachfrage hätte dann zum stärksten vierten Quartal der Doka-Geschichte geführt und damit die Kurzarbeit beendet. Von einer 3-Tage-Woche im Rahmen der Kurzarbeit sei man nun wieder bei einer 6-Tage-Woche gelandet.

Die Doka Group bekam 2014 die rückläufige Baukonjunktur in Ost-und Südeuropa zu spüren. Das größte Umsatzplus verzeichnete der Konzern hingegen in Nordamerika mit plus 22 Prozent. Ein Viertel des Umsatzes macht Doka in Zentraleuropa, aber bereits rund ein Viertel im Mittleren Osten.

Verlust von Umdasch Shopfitting wurde halbiert

Die Ladenbau-Tochter Umdasch Shopfitting Group kämpfte im vergangenen Jahr mit der Stagnation der Investitionen im Handel. Vor allem der Bekleidungshandel habe sich bei der Ausstattung der Läden zurückgehalten, stabil sei das Geschäft im Lebensmitteleinzelhandel, so der Umdasch-Chef. Der Verlust der Umdasch Shopfitting sei halbiert worden, betonte Ludwig ohne konkrete Zahlen zu nennen.

In Österreich baut das Unternehmen unter anderem Ladeneinrichtungen für Spar und Rewe (u.a. Billa, Merkur, Bipa). Um elektronische Preisschilder künftig flächendeckend bei Regalen anbieten zu können, plant das Unternehmen einen Zukauf in diesem Bereich.

Um die Kosten der Umdasch Shopfitting zu senken, wurden Ende 2014 mit den Mitarbeitern Lohn- und Gehaltskürzungen ausverhandelt. Im Gegenzug hat das Unternehmen für zwei Jahre eine Bestandsgarantie abgegeben. Neben Kürzungen bei Überbezahlungen von Löhnen und Gehältern sieht das Maßnahmenpaket eine Ausdehnung der Arbeitszeit vor.

Für 2015 erwartet der Umdasch-Chef bei Doka einen Umsatz von rund 1 Mrd. Euro und ein Ergebnis von 100 Mio. Euro. Bei der Ladenbau-Tochter sei der Turnaround in greifbarer Nähe. Die Umdasch-Gruppe beschäftigte 2014 im Jahresschnitt rund 7.297 Mitarbeiter weltweit, davon 2.652 in Österreich.

Flexibles Arbeitsmodell für Mitarbeiter

Nun lässt das Unternehmen mit einem flexiblen Arbeitsmodell aufhorchen. Seit März werden auf freiwilliger Basis in produktionsintensiven Zeiten die Überstunden der Mitarbeiter im Doka-Werk in Amstetten (NÖ) auf einem "Vorsorgekonto" gesammelt. In schlechten Zeiten kann Doka seine Mitarbeiter verpflichten, ihre Überstunden abzubauen.

Die Mitarbeiter können sich ihren Überstundenzuschlag ausbezahlen oder am Konto gutschreiben lassen. Ziel sei es, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Jahr lang eine 3-Tage-Woche fahren zu können, sagte Umdasch-Chef Andreas Ludwig am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. "Dieses Instrument ermöglicht, Produktionsspitzen in beide Richtungen abzufedern und flexibel auf kurzfristige Schwankungen reagieren zu können."

Begrenzung auf 680 Überstunden

Die Überstunden pro Mitarbeiter sind per Betriebsvereinbarung auf 680 Stunden begrenzt. Das freiwillige "Vorsorgekonto" macht Doka seinen Mitarbeitern mit "zwei Zuckerln" schmackhaft: Sie erhalten zum Start eine Bonusgutschrift von 38,5 Stunden und im Rahmen des Erfolgsbeteiligungsmodells sind 1,5 Monatslöhne als Jahresprämie möglich. Der Doka-Betriebsrat und die Belegschaft haben nach längeren Verhandlungen grünes Licht für das Überstunden-"Vorsorgekonto" gegeben.

Doka kämpft im Schalungstechnikgeschäft mit starken Schwankungen der Baubranche. Im 2. Halbjahr 2014 gab es Kurzarbeit für 1.000 Mitarbeiter im Doka-Werk in Amstetten.