Verkehrsberuhigung in Seitenstetten wichtiger Wunsch. 60 Prozent der Teilnehmer sehen Seitenstetten auf gutem Weg. Mehr Angebote für Senioren und Jugend und auch Radwege sind gefragt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 24. Juni 2021 (07:51)

Mit 1. Jänner ist Seitenstetten mit Unterstützung der NÖ Regional in den Bürgerbeteiligungsprozess Gemeinde 21 eingestiegen, um einen Masterplan für eine nachhaltige Gemeinde und die Ortskernentwicklung zu erarbeiten. Ein wichtiger Schritt dazu war die große Bürgerbefragung im Zeitraum vom 8. bis 30. April.

Fragenbogen wurde zahlreich ausgefüllt

Immerhin 425 Personen (173 Frauen und 193 Männer) haben den zehnseitigen Fragebogen vollständig ausgefüllt – online oder auf Papier. Beachtliche 60 Prozent der Befragten meinen, dass die Gemeinde in den letzten fünf Jahren an Stellenwert und Image gewonnen hat.

Die Umfrage war in Themenblöcke gegliedert. Im Bereich „Wirtschaft & Tourismus“ ergab sich, dass die Bürger mit der Grundversorgung und auch mit der Gastronomie im Ort zufrieden sind. Nachholbedarf orten sie in den Sparten Bekleidung (Schuhgeschäft, Herrenmode) und Nächtigungsmöglichkeiten. Auch ein Bioladen und eine Drogerie wären erwünscht.

Beim Thema Arbeitsplatzsituation würden immerhin 111 Personen ein Coworking-space-Angebot (flexiblen Arbeitsplatz, den sich mehrere Menschen teilen) in der Gemeinde nutzen.

Beim Themenblock Soziale Markterneuerung sieht die Mehrzahl der Befragten das Angebot an medizinischer Betreuung (Hausärzte, Hauskrankenpflege, Apotheke, Mutterkindberatung etc. ausreichend. Ein Manko wird bei Privatärzten und Physiotherapie geortet.

Wunsch nach Altenbetreuung

Eindeutig geht aus der Umfrage der Wunsch nach betreutem Wohnen und einer Tagesbetreuung für Senioren hervor. Auch Angebote für Jugendliche (Beachvolleyballplatz, Pumptruck, Motorikpark und ein Jugendzentrum) wären gefragt.

Im Bereich Umwelt, Mobilität und Verkehr sind 66 Prozent der Meinung, dass es keine zusätzlichen Parkplätze im Ort braucht. Gewünscht werden hingegen Geh- und Radwege zum Bahnhof, eine Einschränkung des Durchzugsverkehrs sowie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Die Verkehrsberuhigung wird von 50 Prozent als sinnvolle Möglichkeit zur Schaffung eines hochwertigen Ortskerns gesehen, auch eine Begegnungszone wird angeregt.

Initiativen zur Leerstandsbelebung

In Sachen Ortskernentwicklung orten die Befragten vor allem Aufholbedarf beim Thema Marktplatz- und Grünraumgestaltung, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum sowie bei Aktivitäten im Hinblick auf die Klimakrise. Die Verbesserungsvorschläge reichen von einer 30er-Zone, Verweilplätzen, einem öffentlichen WC bis hin zur Nutzung der Treffling im Ort. 89 Prozent der Befragten fordern Initiativen der Gemeinde bei der Nachnutzung von leer stehenden Geschäftslokalen.

Klar ist bei der Umfrage herausgekommen, dass es bei den Themen Flächenverbrauch & Bodenversiegelung, Bürgerbeteiligung bei PV-Anlagen und Klima- und Naturschutz aus Sicht der Bürger Handlungsbedarf gibt. 282 Personen sind der Meinung, dass der Bodenverbrauch in Seiten-stetten reduziert werden soll.

384 Personen fordern von der Gemeinde Initiativen, um die Nachnutzung und Sanierung bestehender Häuser zu gewährleisten. Thema Freizeit, Kultur und Verein : Sehr beliebt ist bei den Bürgern der Hofgarten, aber auch mit den Tätigkeiten der Vereine und den Sport- und Spielplätzen sind sie zufrieden.

Verkehrsentlastung des Zentrums wird kommen

Bürgermeister Johann Spreitzer sieht durch die Umfrageergebnisse den Kurs der Gemeinde bestätigt. „Denn viele Sachen, die darin angesprochen wurden, sind ja schon bearbeitet worden oder in Planung, wie zum Beispiel betreutes Wohnen oder Seniorenbetreuung.“

Auch dem Wunsch nach Verkehrsberuhigung im Zentrum will die Gemeinde nachkommen.

„Durch die Entlastungsstraßen haben wir ja vor allem die Lastwagen aus dem Ortszentrum hinausgebracht, und das heißt, dass wir hier auch nicht mehr so breite Fahrbahnen brauchen“, sagt der Bürgermeister. Man werde daher ein Konzept erarbeiten, um die Straßen schmäler zu gestalten, was dann auch eine Temporeduktion mit sich bringen soll. „Wir sind bemüht, mit Einbindung der Bürger und Unternehmer ein Konzept zu entwickeln, in dem sich jeder wiederfindet und das den Ort attraktiv macht. Natürlich muss man auch die Interessen der Wirtschaft berücksichtigen, die eine Frequenz braucht.“

Die Ergebnisse sind auf der Homepage der Gemeinde einsehbar: www.seitenstetten.gv.at