Neurologie Mauer ist nach Amstetten und Melk übersiedelt

Erstellt am 11. Mai 2022 | 04:06
Lesezeit: 3 Min
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Der Neurologie-Trakt in Mauer hat vorerst ausgedient. Die Übersiedlung der Betten nach Amstetten und Melk wurde mit Ende April abgeschlossen.
Foto: Knapp
Verlegung vom Landesklinikum Mauer nach Amstetten und Melk abgeschlossen.
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Seit 30. April ist die Neurologie im Landesklinikum Mauer Geschichte. Aller Widerstand der Beschäftigten, des Betriebsrats, aber auch aus der Bevölkerung, mit mehr als 24.000 Unterschriften gegen die Absiedelung, war letztlich vergeblich.

Für die Landesgesundheitsagentur (LGA) ist die Aufsplittung der neurologischen Versorgung auf die Landeskliniken Amstetten und Melk nach wie vor der richtige Schritt. „Mit dieser Rochade sind wir dem regionalen Strukturplan Gesundheit nachgekommen. Das Landesklinikum Amstetten führte bereits eine Station für neurologische Akutpatientinnen und Akutpatienten und ist demnach fachlich bestens gerüstet, weitere neurologische Patienten und Patientinnen zu behandeln, zu pflegen und zu therapieren“, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber der NÖN.

  • Im Klinikum Amstetten gibt es somit nun eine Stroke-Unit-Einheit zur Behandlung von Menschen mit akuten Schlaganfall-Anzeichen und eine Akut-Nachbehandlung Stufe B für schwer bewusstseinsgestörte, pflegeintensive und überwachungspflichtige Personen in der Frühphase nach akut neurologischen Erkrankungen.

Insgesamt sind das 72 neurologische Betten.

  • Im Klinikum Melk wurde, laut LGA, eine Station mit modernen Strukturen für die neurologische Rehabilitation geschaffen. Seit Anfang Mai stehen 24 Betten auf der Station 2 im Süd-Ost-Trakt des Hauses für neurologische Patientinnen und Patienten der Phase C zur Verfügung. Das sind Personen mit neurologischen Erkrankungen, die spezifische rehabilitative Ansätze benötigen. Sie sind aber wach, können zumindest teilweise mitarbeiten, sind imstande, mindestens drei Stunden Therapie am Tag in Anspruch zu nehmen und können auch schon wieder einige Aktivitäten des täglichen Lebens selbst bewältigen.

Leiterin der neurologischen Abteilungen in beiden Landeskliniken ist „mit Primaria Susanne Asenbaum-Nan eine äußerst erfahrene und kompetente Medizinerin“, versichert die LGA. Zudem gäbe es in beiden Landeskliniken ausreichend qualifiziertes Personal im ärztlichen sowie im Pflege- und Therapiebereich, um weiterhin die gewohnt hohe Qualität der neurologischen Behandlungen bieten zu können.

Alle Beschäftigten aus Mauer, die nicht nach Melk oder Amstetten wollten, konnten dort in andere Abteilungen wechseln, oder auch in das Pflege- und Betreuungszentrum, wo durch den Neubau der Häuser 46 und 48 ja die Bettenanzahl aufgestockt wurde. „Die Jobgarantie, die den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gegeben wurde, konnte auch eingehalten werden“, betont man vonseiten der LGA.

Unklar ist nach wie vor, welche medizinischen Bereiche künftig im Landesklinikum Mauer angesiedelt oder gestärkt werden sollen. Das ist derzeit, laut LGA, noch in Ausarbeitung: „Das Landesklinikum Mauer mit seinen psychiatrischen Spezialisierungen ist und bleibt aber das Zentrum der seelischen Gesundheit, sowohl mit einem regionalen als auch mit einem überregionalen Versorgungsauftrag wie zum Beispiel der Suchttherapie.“

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