Bundesforste prüfen: Amstettner Forstheide untersucht. Wald soll sich möglichst naturnah entwickeln. Derzeit untersuchen die Österreichischen Bundesforste die Gegebenheiten. Erholungsfunktion soll sichergestellt werden.

Von Red. Amstetten. Erstellt am 02. Juni 2021 (09:15)
Ludwig Dorfstetter (Österreichische Bundesforste), Gemeinderätin Michaela Pfaffeneder, Siglinde Malleck (Umweltreferat) und Vizebürgermeister Dominic Hörlezder beim Besuch in der Forstheide.
Usercontent, Stadtgemeinde Amstetten

Derzeit wird der ökologische Zustand der Forstheide von den Österreichischen Bundesforsten beurteilt. Dabei stellte sich bereits heraus, dass eine große Vielzahl an Baum- und Straucharten vorherrscht, wie sie in reinen Wirtschaftswäldern kaum zu finden ist.

Die Naturaufnahmen zur Entwicklung des Waldmanagementplans für den Naturwald auf den im Jahr 2020 neu zugekauften Flächen in der Forstheide sind in vollem Gange. Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder erklärt: „Mitarbeiter der Österreichischen Bundesforste sind aktuell in der Forstheide unterwegs, wo sie die örtlichen Gegebenheiten untersuchen und den ökologischen Zustand der Forstheide bewerten. Die Schwerpunkte liegen in der Sicherstellung der Erholungsfunktion für die Bevölkerung und der natürlichen Waldentwicklung.“

Die Waldflächen sind bis in die jüngste Vergangenheit stark von der menschlichen Nutzung geprägt. So entstanden verschiedene, für die Forstheide typische, Waldbilder. Dazu zählen die lichten Kiefernwälder oder auch die mit Eichen bewachsenen Waldteile. „In Zukunft soll dem Wald die Möglichkeit gegeben werden, sich möglichst natürlich zu entwickeln. Die Voraussetzungen dafür sind auf dem größten Teil der Fläche gegeben“, so Hörlezeder.

Besonders interessant sei die große Vielfalt an Baum- und Straucharten, wie sie in reinen Wirtschaftswäldern kaum zu finden sind.

Gefährdete Arten vorherrschend

So konnten auch mittlerweile selten gewordene Eiben von stattlichem Alter gefunden werden.

Sie sind auf der roten Liste der gefährdeten Arten zu finden und stehen somit unter Schutz. Durch die früheren massiven Schlägerungen dieser Bäume wurden sie fast ausgerottet. Umso erstaunlicher und erfreulicher ist es, dass hier 100-jährige Bestände gefunden wurden. Der Bereich des Kokeschwaldes in Ulmerfeld-Hausmening ist beim Bundesforschungszentrum für Wald in Wien, dem Institut für Waldbiodiversität und Naturschutz, als Generhaltungspool für Eiben gelistet. Die Bestände werden in einer Karte dokumentiert, damit sie für die Zukunft gesichert werden können. Es werden auch Proben entnommen und die genetische Vielfalt untersucht.

Beitrag zur Schaffung klimafitter Wälder

Der Erhalt der Vielfalt in den Wäldern der Forstheide ist ein wichtiger Beitrag zur Schaffung klimafitter und widerstandsfähiger Wälder. In der Forstheide wurden dahingehend auch die ersten Maßnahmen umgesetzt. Entlang der Laufstrecke 1 entstehen im Zuge der Wegesicherung, die für die Sicherheit der Waldbesucher wesentlich ist, 27 Habitatbäume, die einen unterschiedlichen Zersetzungsgrad aufweisen. Viele Pflanzen, Pilze und Insekten sind auf dieses Totholz angewiesen. Spechtlöcher in diesen Habitatbäumen zeugen etwa davon, dass dieses Totholz von den Tieren als Lebensraum genutzt wird. Von besonderer Bedeutung sind die Eichenvorkommen in der Forstheide. Viele der größten Käferarten wie der Hirschkäfer, Eichenbock oder der Eremit sind auf das Vorhandensein von Eichen angewiesen. Alle drei Käferarten befinden sich auf der roten Liste für gefährdete Arten. Besonders die Vielfalt an ökologisch wertvollen Kleinlebensräumen gibt der Forstheide ihre starke Bedeutung für den Naturschutz in der Region.

Stadtgemeinde setzt Maßnahmen für Biodiversität

Um die Diversität zu fördern, ist es wichtig, auch den Anteil an Altbaumbeständen mit einem Alter von über 120 Jahren zu heben. Die Stadtgemeinde Amstetten will mit den Maßnahmen wichtige Schritte im Kampf gegen den Verlust von Biodiversität und für Lebensräume für Tier und Pflanzenwelt setzen.