„Nahwärme“ für Seitenstetten

Erstellt am 18. April 2022 | 14:17
Lesezeit: 3 Min
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Paul Latschenberger, Geschäftsführer der Seitenstettner Fernwärme, die künftig an weitere 110 Haushalte im Ort Wärme liefern möchte, mit Bürgermeister Johann Spreitzer.
Foto: Penz
„Seitenstettner Fernwärme“ erweitert ihr Netz. 110 Neuanschlüsse sind das Ziel.
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Schon im Jahr 1986 hat der Biberbacher Karl Latschenberger begonnen, das Stift Seitenstetten mitsamt dem Meierhof mit Fernwärme zu versorgen.

Inzwischen ist Sohn Paul Latschenberger Geschäftsführer der Seitenstettner Fernwärme und er hat das Netz sukzessive erweitert. Von 2008 bis 2011 wurden das Gemeindeamt, das örtliche Einkaufszentrum und der Mostviertelwirt angeschlossen.

2015 galt es, das Heizwerk neben dem Meierhof neu zu bauen, die Kessel zu tauschen und eine weitere Netzerweiterung in der Länge von zweieinhalb Kilometern vorzunehmen, sodass alle öffentlichen Gebäude wie die Schulen, aber auch viele Privatwohnungen mit nachhaltiger Energie versorgt werden konnten.

Derzeit steht nun die nächste große Netzerweiterung an, wobei Paul Latschenberger mit jedem der etwa 110 Neuinteressenten nach Erläuterung des Gesamtkonzeptes ein Gespräch vor Ort sucht. „Dabei werden die Anschluss- und Umbaukosten aufgeschlüsselt und auch die laufenden Kosten definiert“, erzählt der engagierte Energietechniker. Der Umbau kostet laut Latschenberger je nach vorhandener Heizungsanlage (abzüglich Förderung) unterschiedlich viel, von 3000 bis etwa 15.000 Euro.

Die kommende Ausbaustufe betrifft die Waidhofner-, Amstettner-, Springer- und Benediktusstraße sowie Linden- und Lehensiedlung, den Lehenweg, die Rotte Am Teich sowie Oberkansering, Wäschereiweg und Am Anger.

Krisensicherer Energie-Nahversorger

75 neue Verträge sind bereits unterschrieben, an die 100 Neuanschlüsse wären das Ziel. „Ein großer Vorteil der Fernwärme liegt in der Krisenunabhängigkeit; unser Preis ist an den allgemeinen Verbraucherpreisindex mit jährlicher Anpassung gebunden, große Preissprünge wie bei Öl oder Gas sind somit ausgeschlossen“, versichert Latschenberger, der auch lieber von „Nahwärme“ spricht, liegt ihm doch viel an der persönlichen Kundenbetreuung. „Wir wollen die Anschlüsse gemeinsam mit dem Glasfaserausbau verlegen, womit die nöGIG im Spätfrühling oder Frühsommer beginnt“, freut sich auch Bürgermeister Johann Spreitzer, dass Seiten-stetten einen weiteren Schritt in die Unabhängigkeit vonfossilen Brennstoffen macht.

Bis Ende Mai müssen die Hausbesitzer zusagen, damit bis Jahresende sämtliche Anschlüsse erledigt sind und die Heizungen mit Frühjahr 2023 in Betrieb gehen können. „Wenn jetzt das Anschlussnetz verdichtet und optimiert wird, wollen wir uns ebenso stets verbessern, indem wir zukünftig auch noch die Restenergie nutzen werden“, sagt der Umweltpionier Latschenberger, der mit Fernwärme auch Ertl, Biberbach und teilweise Naarn versorgt.

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