Mehr Geld für Photovoltaik in Seitenstetten

Seitenstettner Grüne setzten sich für kreative Lösungen und Anreizsysteme für „grünen“ Strom ein. Im Umweltausschuss ziehen alle Parteien an einem Strang.

Josef Penzendorfer Erstellt am 22. September 2021 | 05:15
440_0008_8175249_ams37sei_pfaffenbichler.jpg
Grünen-Chef und Leiter des Umweltausschusses, Gottfried Pfaffenbichler, vor einer der 200 Photovoltaikanlagen in Seitenstetten.
Foto: Penz

Die Gemeinde erhöht die Fördergelder für Photovoltaik-Anlagen je nach Kilowatt Peak um bis zu 100 Prozent auf maximal 1.000 Euro pro Anlage. Das hat der Gemeinderat schon im Juni beschlossen und im Juli ist die Regelung in Kraft getreten. Zudem wird auch noch der Einbau einer Stromspeicheranlage in der gleichen Höhe finanziell unterstützt. „Damit erhöht sich der ökologisch günstig erzeugte, selbstverbrauchte Strom und man erspart sich Leitungskosten und Abgaben“, sagt Grünen-Chef Gottfried Pfaffenbichler.

Wird die Anlage bei einem ortsansässigen Händler gekauft, gibt es weitere 100 Euro Förderung in Form von Seitenstettner Gutscheinen. „Jeder Antrag wird im Gemeinderat eigens behandelt, die ersten Zusagen sind auch schon gemacht worden“, betont der Grüngemeinderat, der die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Umweltausschuss über Parteigrenzen hinweg hervorhebt.

Seitenstetten ist Klimabündnisgemeinde und kann bei etwa 1.300 Haushalten auf 200 PV-Anlagen verweisen. Auch LED-Beleuchtung ist im gesamten Ortsgebiet installiert, selbst die Schulen sind „Energiechecker“. Als „Herzenswunsch“ bezeichnet Pfaffenbichler eine Reduzierung der Bodenversiegelung und die ökologische Gestaltung der öffentlichen Flächen: „So manche Parkflächen wie auch Zufahrtsstraßen würden schon offene Oberflächen und vermehrtes Grün mit Bäumen und Sträuchern vertragen!“

Energiegemeinschaften sind geplant

Für die Zukunft wird laut Pfaffenbichler gerade auch der freiwillige Zusammenschluss von Seitenstettner Stromproduzenten zu regionalen Energiegemeinschaften angedacht. „Regional erzeugter Strom könnte folglich dann auch in der eigenen Region verbraucht werden, was als Benefit eine Ersparnis bei den Leitungskosten, also einen Preisvorteil für Erzeuger wie auch Verbraucher mit sich bringen würde“, umreißt der Grünmandatar sein nächstes Ziel.

Dieses Projekt befindet sich freilich noch in der Vorbereitungsphase; es gilt dann, Interessenten dafür zu finden und die Stromverbraucher in weiterer Folge dazu anzuhalten, die Energie nach Möglichkeit auch zu den Produktionszeiten zu beanspruchen. „Gleichzeitig können derlei Überlegungen vielleicht auch noch Unschlüssige endgültig dazu ermuntern, aufgrund dieser Anreizsysteme doch ihr geplantes ‚Sonnendach‘ zu realisieren und den Überschuss-Strom ihrem Nachbarn zu verkaufen und somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Lokal denken und handeln“, wünscht sich der Leiter des Umwelt- und Energieausschusses, der gerade auch die Unterstützung durch die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich sehr zu schätzen weiß.