Wolfsbacher Gastronomen: Freitesten ist keine Option. Seit Anfang November sind die Gaststätten geschlossen; Gastronomen und Gäste sehnen Aufsperren und klare Regeln herbei.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 21. Januar 2021 (05:56)
Mona Karan möchte nicht länger auf mögliche Öffnungstermine vertröstet werden. Sie wünscht sich klare Verhältnisse.
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Gasthäuser sind für einen 2000-Seelen-Ort wie Wolfsbach von besonderer Bedeutung, sei es als wichtige Kommunikationszentren, als Lokalität für Festlichkeiten und Feiern oder auch für Vereine, die dort Versammlungen oder Proben abhalten. Seit 4. November sind nun alle geschlossen, was den Wirten, aber auch den potenziellen Gästen einen langen Atem abverlangt.

„Ich bin in der glücklichen Lage, mit der im Elternhaus untergebrachten Gaststätte keine finanziellen Belastungen tragen zu müssen, das erleichtert meine Situation sehr“, stellt Mona Karan klar, deren drei Mitarbeiter in Kurzarbeit sind und sich freuen, wenn sie für den Abholservice am Sonntag gebraucht werden. Der wurde gerade während der Weihnachtsfeiertage mit über 100 täglichen Portionen gut angenommen. „Einige Stammgäste leben bei uns ein Stück Familie mit, das fehlt ihnen einfach sehr, aber auch uns!“, sagt die junge Wirtin.

Mit Masken beim Betreten und Verlassen der Gaststube, entsprechenden Abständen zwischen den Tischen und begrenzter Personenanzahl bei Tisch sowie der Einhaltung von Hygienevorschriften ließe sich ein geordneter Gastbetrieb gut organisieren, ist Karan überzeugt, der die fortwährende Ungewissheit zu schaffen macht. Sie will nicht mehr auf spätere Öffnungstermine vertröstet werden.

Wirte wünschen sich klare Verhältnisse

Seit 2018 führt Christa Reisinger ihr Gasthaus an der Haager Straße; auch hier wurde an Sonn- und Feiertagen wechselweise ein bestimmtes Tagesgericht gegen Vorbestellung zum Abholen angeboten. Stammkundschaften von Ybbsitz über Amstetten bis Wolfsbach haben davon Gebrauch gemacht.

Die Lockdown-Zeiten 2020 hat sie gemeinsam mit ihrem Partner Roland Mayr zur Neugestaltung des Gastgartens mit Grillecke genutzt, möchten die beiden geprüften Grilltrainer doch ab Sommer auch zu Grillabenden und Grillkursen einladen.

Das Wirteduo, das auch Catering anbietet, führt zudem einen Beherbergungsbetrieb, der eigentlich das ganze Jahr 2020 über mit Geschäftsreisenden und Arbeitern sehr gut gebucht war. Eintrittstests steht Christa Reisinger kritisch gegenüber, glaubt sie doch nicht daran, dass man sich allein für einen Gasthausbesuch freitestet. Sie will erst wieder aufsperren, sobald klare Verhältnisse gegeben sind.

Auch die Wirtshäuser Zatl und Schaumdögl bieten Abholservice an, wobei im Gasthaus zur Traube in Meilersdorf die Speisen sogar von Freitag bis Sonntag zubereitet und auch von vielen Neukunden abgeholt werden. „Eintrittstests sind keine realistische Option für das Wiederaufsperren“, ist sich Regina Schaumdögl sicher, und Susanne Zatl ergänzt bezüglich Lockdownverlängerung: „Ich befürchte, dass wir bis Ostern geschlossen halten müssen!“

Auch Sandra Beierl, die „Das Café“ in Wolfsbach betreibt, kann sich nicht vorstellen, dass sie irgendwelche zusätzliche Aufgaben übernehmen kann. Sie fürchtet, dass diverse derzeit diskutierte „Eintrittshürden“ vor allem ältere Gäste abschrecken würden. Mit der staatlichen Unterstützung ist sie zufrieden. Für ihren Betrieb wünscht sie sich vor dem Öffnungstermin mindestens eine Woche Vorlaufzeit und danach ein hohes Maß an Normalität.