Unheimliche Unfallserie

Erstellt am 12. Juli 2011 | 00:00
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Web-Artikel 21
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SICHERUNGSMASSNAHMEN / Nach der dritten Kollision in diesem Jahr sollen rasch Schrankenanlagen errichtet werden.
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Bis die beim Unfall am 6. Juli beschädigte Signalanlage repariert ist, muss der Eisenbahnübergang in der Nordlandstraße gesperrt bleiben. Laut ÖBB-Pressesprecher DI Christopher Seif soll der Schaden rasch behoben werden. HIRTENLEHNER
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VON HANNES HIRTENLEHNER

GREINSFURTH / Ortsvorsteher Johann Waser ist erschüttert: Seit Jahresbeginn kam es in Greinsfurth bereits zu drei schweren Unfällen an Eisenbahnkreuzungen. Die erste Kollision am 8. Jänner an der Eisenbahnkreuzung in der Waidhofnerstraße hatte tödlich geendet: Eine 39-jährige Pkw-Lenkerin aus Marbach/Donau übersah offenbar das Rotlicht der Signalanlage, ihr Fahrzeug wurde von einem Regionalzug erfasst und mitgeschleift. Die Frau starb noch an der Unfallstelle, ihre beiden Kinder (12 und 13 Jahre alt) kamen mit leichteren Verletzungen davon. Am 17. Jänner überquerte ein 60-jähriger Radfahrer in der Veilchenstraße in Waldheim trotz Rotlicht die Geleise und wurde von einem Regionalzug erfasst und schwer verletzt.

Sachverständiger schrieb  Schrankenanlagen vor

Nach dem tödlichen Unfall wurden die beiden Eisenbahnkreuzungen in Greinsfurth - in der Waidhofner Straße und in der Nordlandstraße - von einem Sachverständigen des Landes überprüft. Der Experte kam zum Ergebnis, dass an beiden Kreuzungen Schrankenanlagen errichtet werden müssen. Der Bescheid vom 11. April wird damit begründet, dass Autofahrer wegen des zwischen den Bahnübergängen gelegenen Bahnhofs Greinsfurth sehr lange warten müssten und so zum Überqueren der Geleise bei Rotlicht verleitet würden. Nach einer ersten Prognose werden die beiden Schrankenanlagen insgesamt rund 800.000 Euro kosten, die Stadtgemeinde Amstetten muss als Straßenerhalter davon maximal die Hälfte tragen. Es kann aber mit den ÖBB noch eine andere Aufteilung verhandelt werden. Bisher hat es aber noch keine Gespräche gegeben, berichtet Waser, der hofft, dass die ÖBB nach dem neuerlichen Unfall nun schneller an die Stadt herantreten werden. ÖBB-Pressesprecher DI Christopher Seif versicherte, dass der gesetzliche Zeitrahmen von zwei Jahren auf jeden Fall eingehalten würde.

Waser: Ampel mit drei  Signalen wäre auch sicherer

Für Waser stellt sich aber auch noch eine andere Frage: Warum sichert man Bahnübergänge nicht wie Straßenkreuzungen mit Ampeln mit drei Lichtern? Dann ist immer ein Signal da, das Auge des Pkw-Lenkers ist immer fokussiert, meint Waser - allerdings habe er noch nie mit einem Experten über dreisignalige Ampeln an Bahnübergängen gesprochen. Auch für die NÖN war es vor Redaktionsschluss nicht mehr möglich, noch eine Stellungnahme zu erhalten.

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