Ferschnitzer Gemeinderat außer Dienst: „Trinkwasser ist zu billig“

Erstellt am 25. Mai 2022 | 03:49
Lesezeit: 3 Min
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In den vergangenen Wochen haben natürlich wieder zahlreiche Menschen in der Region ihre Pools befüllt.
Foto: Symbolbild: NÖN
Franz Vorderwinkler, Gemeinderat außer Dienst, spricht sich für Maßnahmen gegen Wasserverbrauch aus. Ortschef Michael Hülmbauer gegen höhere Kosten, appelliert aber, Poolbefüllungen zu melden.
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„Leider muss man feststellen, dass bei Errichtung von Eigenheimen auch die Errichtung von Schwimmbecken inkludiert ist. Das bedeutet, dass mit einer Zunahme des Wasserverbrauches zu rechnen ist. Wasser ist ein lebenswichtiges Lebensmittel und auch für die Landwirtschaft ein wichtiger Faktor. Ich finde, dass das Befüllen von Schwimmbecken mit Trinkwasser in Zeiten der Trockenheit und des Klimawandels ein verzichtbarer Luxus wäre“, erklärt Franz Vorderwinkler, FPÖ-Gemeinderat außer Dienst.

Er spricht sich dafür aus, den Trinkwasserpreis zu erhöhen. Dieser betrage per Kubikmeter derzeit 1,73 Euro. „Um dem Spargedanken für die Verwendung gerecht zu werden, sind folgende Maßnahmen unbedingt erforderlich: der Einbau externer Wasserzähler für das Befüllen der Schwimmbecken und eine eventuelle dreifache Erhöhung der Wassergebühr in Höhe von 5,19 Euro“, argumentiert Vorderwinkler. Zuguterletzt solle, so die Forderung, bei neu zu errichtenden Eigenheimen der Bau von Schwimmbecken nicht mehr bewilligt werden. „Ich bin mir bewusst, dass dies drakonische Maßnahmen wären, aber wie sonst kann man der Verschwendung von wertvollem und lebenswichtigem Trinkwasser Einhalt gebieten? Es muss im Geldbörsel weh tun, um, solch ein erstrebenswertes Ziel, wie einen reduzierten Wasserverbrauch realisieren zu können“, ist der ehemalige Gemeinderat überzeugt. In Oberösterreich würde es bereits in vielen Gemeinden erhöhte Wassergebühren für das Befüllen von Schwimmbecken geben.

„Keinem verbieten, seinen Pool zu befüllen“

Für ÖVP-Bürgermeister Michael Hülmbauer sind höhere Kosten für das Wasser keine Option. „Das geht nicht, man kann ja auch nicht kontrollieren, wofür das Wasser benötigt wird. Und zum Thema Bewilligung von Pools muss man sagen, dass Pools bis 50 Kubik generell bewilligungsfrei sind“, erläutert er. Das betreffe Pools bis zur Größe von 8 mal 4 Metern. Man könne auch keinem verbieten, seinen Pool zu befüllen.

Auf der anderen Seite appelliert Hülmbauer allerdings, die Befüllungen bei der Gemeinde zu melden. „Dadurch, dass der April so kalt war, ist es im Mai zu sehr vielen Füllungen gekommen. Wenn das gemeldet und abgestimmt wird, ist es kein Problem, dann wird das Leitungssystem nicht überlastet. Einen Wassermangel hat es jedenfalls nicht gegeben, auch dank der neuen Leitung aus der Doislau“, so Hülmbauer.

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