Erstellt am 08. Juni 2015, 09:28

von Hermann Knapp

Mehr Firmen betroffen. Die Rütgersgründe in Amstetten sind kein Einzelfall. Auch Standorte von Buntmetall, Avenarius, Müller-Guttenbrunn und von Umdasch scheinen darin auf.

 |  NOEN, ROLAND SCHLAGER (APA)
Die Bundesumweltanstalt nimmt derzeit Flächen unter die Lupe, auf denen Betriebe standen oder stehen, die mit bedenklichen Stoffen arbeiten. Dass die Anrainer der Rütgersgründe davon betroffen sind, hat ihnen ja ein Schreiben der Behörde kürzlich mitgeteilt.

Aber sie befinden sich in guter Gesellschaft. Denn wer im Online-Verdachtsflächenkataster nachforscht, wird rasch fündig.

So scheint darin der Standort des Buntmetallwerks Amstetten ebenso als Verdachtsfläche auf, wie jener der ehemaligen Karbolineumfabrik Avenarius, jener der Metallentsorgung Müller-Guttenbrunn und auch jener der Metallbau Umdasch.

Umweltstadtrat will sich für Private einsetzen

Das besagt allerdings nicht, dass auf diesen Grundstücken nun tatsächlich eine Umweltgefährdung besteht, sondern nur, dass sich die Umweltanstalt die betreffenden Flächen genauer ansehen will. Das kann, je nach vorhandenen Mitteln, mehrere Jahre dauern.

Danach wird die betreffende Fläche entweder aus dem Verdachtskataster heraus oder in den Altlastenkataster aufgenommen – je nach Prüfungsergebnis.

Für Umweltstadtrat Gerhard Haag ist klar, dass es vor allem für Private, wie eben jene auf den Rütgersgründen, sehr unangenehm ist, dass ihre Grundstücke im Verdachtskataster aufscheinen.

„Ich werde daher bei den zuständigen Stellen darauf drängen, dass die Prüfung so rasch wie möglich erfolgt. Laut Schreiben des Landes hat der Bund ja schon im Februar Mittel bereitgestellt. Ich werde beim Land und beim Umweltbundesamt sehr lästig sein, damit Bewegung in die Sache kommt“, verspricht der Grün-Politiker.

„Diese Sache läuft irgendwie sehr eigenartig“

Die Stadt sei zwar nicht in das Verfahren involviert, habe natürlich aber auch ein großes Interesse daran, dass mögliche Umweltprobleme schnell aufgeklärt und gelöst werden.

VP-Gemeinderat Michael Hofer, der selbst auf den ehemaligen Rütgersgründen ein Haus hat, sind indessen betreffend der zugestellten Schreiben skurrile Dinge zu Ohren gekommen.

„Ein Betroffener hat den Bescheid laut der angefügten Adressenliste an eine Firma geschickt bekommen, bei der er seit 18 Jahren nicht mehr arbeitet, statt an seine Wohnadresse. Die Nachbarn haben schon scherzhaft angefragt, ob er ausgezogen sei. Solch eine Schlamperei dürfte eigentlich nicht passieren. Andererseits passt das durchaus ins Bild. Denn diese ganze Sache läuft irgendwie sehr eigenartig“, so Hofer.