Stadt Amstetten intensiviert die Sprachförderung

Erstellt am 22. Juni 2022 | 04:38
Lesezeit: 4 Min
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Bürgermeister Christian Haberhauer (Mitte) und Bildungsstadträtin Doris Koch (rechts) luden die Amstettner Kindergartenpädagoginnen ins Rathaus ein, um ihnen für die gute Arbeit mit den Kindern zu danken. Dabei wurde ihnen auch gleich das Projekt Deutschförderung mit dem Verein Startklar präsentiert.
Foto: Stadtgemeinde
Verein Startklar unterstützt Kindergartenkinder und Tafelklassler ab September mit Förderkräften beim Deutschlernen.
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12 Prozent der Kinder in den Amstettner Volksschulen haben Deutsch nicht als Muttersprache. Die vom Bund verordneten Deutschförderklassen reichen oft nicht aus, um den Schülerinnen und Schülern rasch zu ausreichender Sprachkenntnis zu verhelfen. Zudem kommen während des Schuljahres laufend Kinder dazu (gerade während des Ukraine-Kriegs), für die einfach die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichen.

„Es ist aber sehr wichtig, schon im Kindergarten und in der ersten Klasse Volksschule intensiv zu fördern, denn was wir da investieren, das kommt der Gesellschaft tausendfach zugute“, sagen ÖVP-Bildungsstadträtin Doris Koch und Bildungsgemeinderätin Helga Seibezeder. Die beiden Pädagoginnen haben deshalb mit dem gemeinnützigen Verein Startklar aus Wiener Neustadt Kontakt aufgenommen, der auf Sprachförderung von (Klein)-Kindern spezialisiert ist und auch schon Partner von 14 niederösterreichischen Gemeinden, darunter St. Pölten.

Bereits im September soll der Verein in Amstetten mit Spielgruppen im Kindergarten beginnen, um den Kleinen das Erlernen der deutschen Sprache auf spielerische Weise zu ermöglichen. Dazu werden am Nachmittag die Sprachlehrerinnen des Vereines in den Kindergarten kommen. Diese Spielgruppen werden vom Land auch gefördert in Höhe von rund 21.300 Euro. Die Stadt muss pro Semester rund 12.100 Euro dafür aufwenden.

129 Gruppenplätze werden zur Verfügung stehen, geplant sind im Jahr drei Durchgänge mit jeweils zehn Wochen. Die Kosten für die Eltern sollen niedrig gehalten werden. Für den ersten Durchgang werden es 40 Euro sein, für den zweiten 50 und für den dritten dann 90. „Je besser wir in den Kindergärten fördern, umso weniger müssen wir es dann in der Volksschule tun“, sagt Koch.

Zwei Stunden pro Tag in den Schulen

Sie will aber auch die Tafelklassler des kommenden Schuljahres fördern. „Denn gerade in der ersten Klasse werden mit Lesen, Schreiben und Rechnen wichtige Grundlagen gelegt, daher ist es umso wichtiger, die Kinder dabei intensiv zu unterstützen“, betont Koch.

Für die Volksschulen gibt es allerdings keine zusätzliche Subvention des Bundes. Die Kosten in Höhe von rund 61.000 Euro muss die Stadt zur Gänze selbst tragen. Geplant ist, in den beiden Volksschulen mit dem höchsten Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache zu beginnen – das sind die Volksschule Brandströmstraße und die Volksschule Preinsbacher Straße. Jeweils in den ersten beiden Klassen sollen Kinder zwei Stunden pro Tag beim Spracherwerb gefördert werden. Das wird während des Unterrichts passieren, durch Sprachförderkräfte, die der Verein dafür abstellt.

Sie werden die Kinder in Form von Kleingruppenarbeiten unterstützen. Dem Verein Startklar ist es aber auch wichtig, die Eltern ins Boot zu holen. Vor allem der Anteil der Migrantinnen, die nicht gut deutsch können, ist hoch. Den Müttern sollen daher ebenfalls Übungsmethoden präsentiert werden, die ihnen helfen, sich noch besser im Land zu integrieren. „Die Leiterin des Vereins Startklar wird nun zu weiterführenden Gesprächen zu uns nach Amstetten kommen, und dann werden wir auch erheben, in welchen Kindergärten Bedarf besteht und wie hoch er ist“, kündigt Koch an.

SPÖ stimmte dem Dringlichkeitsantrag zu

Obwohl das Projekt von der ÖVP im Gemeinderat per Dringlichkeit eingebracht wurde, stimmte die SPÖ übrigens zu, damit es im September starten kann. „Wir halten es für sachlich gut und unterstützungswürdig“, erklärte Vizebürgermeister Gerhard Riegler. Er deponierte aber erneut die Bitte, solch wichtige Themen zuvor schon im zuständigen Ausschuss vorzustellen. „Denn dann haben auch wir die Möglichkeit, uns ein Bild davon zu machen, und können womöglich auch zusätzliche Anregungen einbringen.“

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