Debatte zu 30er im Amstettner Stadtgebiet

Stadtpolitik will Maßnahmen gegen zu schnelle Autofahrer setzen. 30er-Zonen sollen erweitert werden.

Erstellt am 04. August 2021 | 05:53
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Markus Brandstetter (ÖVP) berichtet über verkehrsberuhigende Schritte. Weitere 30er- Zonen sowie verstärkte Radarkontrollen werden angedacht. In einem „Muster-grätzel“ sollen erste Ideen geprüft werden.
Foto: Führer

Um für eine Verkehrsberuhigung im Stadtgebiet zu sorgen wird angedacht, in deutlich mehr Stadtteilen eine 30er-Zone zu etablieren. Vizebürgermeister Markus Brandstetter ist seitens der Stadtregierung für das Thema Mobilität und Verkehr zuständig. „Ich habe mir schon im Vorjahr die Problemfelder angesehen und eines ist ganz deutlich, dass im Wohngebiet einige leider zu schnell fahren. Der Großteil hält sich an die Regeln, es gibt aber auch immer einige wenige, die deutlich schneller als erlaubt unterwegs sind. Da fehlt es leider an Respekt vor dem anderen.“

Um künftig hier Gegenschritte zu setzen, hat die Stadtregierung bereits Messtafeln gekauft, die mit Fernwartung ausgestattet sind. Diese sind bereits in allen Ortsteilen im Einsatz. „Wir werden uns die Messergebnisse ansehen und diese dann mit Sicherheitsgemeinderat Christoph Zechmeister gemeinsam besprechen“, führt Brandstetter aus.

„Der Großteil hält sich an die Regeln, es gibt aber auch immer einige wenige, die deutlich schneller als erlaubt unterwegs sind.“ Vizebürgermeister Markus Brandstetter

Er sei selber kein Fan davon, alles und jeden immer zu strafen, aber wenn es notwendig ist, die Verkehrsdisziplin durchzusetzen, brauche es eben auch Maßnahmen. Speziell Schnellfahrer und Personen, die mit getunten Fahrzeugen unterwegs sind, stehen hier im Fokus. Angedacht wird auch, weitere fixe Standorte für Radarboxen, wie es sie in der Stadionstraße und der Wiener Straße gibt, zu finden.

„Wir sind gerade dabei, das finanziell zu prüfen. Generell wollen wir im Herbst ein mehrteiliges Paket mit allen Fraktionen besprechen und beschließen“, blickt der Vizebürgermeister in die Zukunft.

Im „Mustergrätzel“ die Maßnahmen prüfen

Zum Thema Geschwindigkeitsübertritte habe er bereits mit zahlreichen betroffenen Anrainern in Siedlungen gesprochen. Er glaubt, dass hier öfters Nachschärfungen notwendig sind und auch die Erkennbarkeit vorhandener 30er-Zonen verbessert werden sollte. „Wir überlegen, uns ein ‚Mustergrätzel‘ anzusehen mit Messungen und probeweisen Umsetzungen von Maßnahmen. Dann wollen wir uns ansehen, was funktioniert und das auch in anderen Stadtteilen umsetzen“, verrät Brandstetter.

Er geht davon aus, dass in Zukunft im gesamten Stadtgebiet – bis auf die wichtigen Zufahrtsstraßen – ein 30er gelten wird. Wichtig sei dabei aber auch, dass die Menschen das annehmen. „Das geht durch drei Punkte: Bewusstseinsbildung, bauliche Maßnahmen, und Überprüfung und Kontrolle der Regelungen“, erläutert Brandstetter. Prüfen wolle man auch, wie sich versetzte Verkehrsinseln für eine Entschleunigung auswirken. Außerdem soll es zu Schulbeginn auch wieder vermehrt Schwerpunkte mit Smiley-Warntafeln geben.

Neos fordern 30er im Siedlungsgebiet

Die Neos haben in der Vorwoche in einer Presseaussendung nachdrücklich eine Ausweitung der 30er-Zonen gefordert. Vor allem im Sommer würden viele Raser in den Amstettner Siedlungen ihr Unwesen treiben. „70 km/h im Siedlungsgebiet sind keine Seltenheit. Viele Eltern machen sich daher zunehmend Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder“, betonte Daniel Gieber.

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Daniel Gieber (NEOS) spricht sich für eine 30er-Geschwindigkeitsbegrenzung in allen Siedlungsgebieten aus.
Neos

Man fordere die Stadtregierung auf, tätig zu werden. „Ich frage mich, ob es erst zu Unfällen kommen muss, bevor man hier tätig wird. Die Diskussion um die 30er-Zone gibt es schon lange. Passiert ist nichts. Wir NEOS sind klar für flächendeckende 30er-Zonen in allen Amstettner Siedlungen“, so Gemeindesprecher Daniel Gieber.

Die derzeitige Situation, dass in einzelnen Siedlungsstraßen 30 km/h, in anderen Straßen 50 km/h gefahren werden darf, sei „absurd“. Ein weiteres Problem wäre, dass die bestehenden 30 er-Beschränkungen häufig nicht eingehalten werden. Auch hier sieht Gieber die Stadtregierung gefordert: „Die Einhaltung der 30er-Begrenzung muss sichergestellt werden. Schwerpunktkontrollen, Geschwindigkeitsanzeigen oder mobile Radargeräte sind Optionen, auf die die Stadtregierungen zurückgreifen kann. Dies ist im Sinne der Sicherheit der Kinder notwendig.“

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